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"Vielleicht nicht, vielleicht doch" Trump gibt bizarres Interview mit Japans Premier zu Nordkorea

Trump-Abe-Interview AP
Screenshot der Gesprächsabschrift eines AP-Interviews mit Donald Trump und Shinzo Abe - veröffentlicht vom Journalisten David Beard auf Twitter
© David Beard auf Twitter
Nordkorea testet Raketen und der US-Präsident spielt den Affront herunter. Die Nachrichtenagentur AP hat dazu ein Gespräch mit Donald Trump geführt - es ist ein bizarrer Einblick in die Gedankenwelt des mächtigsten Mannes der Welt.

Mitten in den G7-Gipfel hinein platzte die Nachricht, dass auf der anderen Seite der Welt Nordkorea erneut Raketen getestet habe – offenbar persönlich beaufsichtigt von Machthaber Kim Jong Un. Dem Regime sind solche Tests eigentlich untersagt, entsprechend besorgt äußern sich G7-Vertreter. Nur einer wiegelt ab: US-Präsident Donald Trump. Nein, "glücklich sei er nicht", aber dann ist "es auch wieder keine Verletzung der Vereinbarung".

Donald Trump stellt sich vor Kim Jong Un

Die Nachrichtenagentur AP hat mit ihm und Japans Regierungschef Shinzo Abe über den Raketentest gesprochen. In dem Interview nimmt der den nordkoreanischen Diktator in Schutz - wie auch schon die letzten Male, als Kim Raketen getestet hat. AP hat Teile der Gesprächsabschrift, also die Rohversion des Interviews, veröffentlicht. Sie erlaubt einen seltenen Einblick in die einzigartige Gedankenwelt des mächtigsten Mannes der Welt.

AP: Irgendwelche Neuigkeiten zu einem weiteren Treffen mit Nordkorea?

Donald Trump: Wahrscheinlich haben wir eines. Ja. Wahrscheinlich. Aber – also ich bin nicht – ich mag keine Kurzstrecke, weil Kurzstrecke ist Shinzos – wissen sie, das ist halt sein Territorium. Ich meine, ich würde ihn gerne fragen, Shinzo, was hältst du davon, dass Nordkorea Kurzstreckenraketen testet. Er ist nicht begeistert.

Shinzo Abe: Also, unsere Position ist klar: Der Start von ballistischen Kurzstreckenraketen durch Nordkorea verletzt eindeutig wichtige Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats. In diesem Sinne ist es äußerst bedauerlich, dass wir Zeuge werden müssen, wie Nordkorea in den letzten Tagen erneut ballistische Kurzstreckenraketen abschießt.

Donald Trump: Und ich kann verstehen, wie sich der Premierminister Japans fühlt. Ich meine, ich kann das. Es ist anders. Aber ich glaube, ich verstehe das völlig.

AP: Herr Premierminister, würden Sie gerne sehen, dass sich der Präsident mehr auf ihre Position zubewegt?

Shinzo Abe: Wie schon in der Vergangenheit will ich sicher gehen, dass wir – das heißt ich und Präsident Trump auf der gleichen Seite stehen, wenn es um Nordkorea geht. Außerdem möchte ich unterstreichen, dass ich den US-Nordkorea-Prozess zu einhundert Prozent unterstütze.

AP: Aber stehen Sie denn auf der gleichen Seite, wenn Sie die Dinge so unterschiedlich beurteilen? Ich meine, …

Donald Trump: Ich denke, wir stehen ultimativ auf der derselben Seite. So lange er Premierminister ist und so lange ich Präsident bin, werden wir immer auf derselben Seite stehen.

AP: Entschuldigen Sie Herr Präsident, aber glauben Sie nicht das kurzfristig oder die Kurzstrecken-Tests ….

Donald Trump: Nein, weil ich niemals …

AP: … ein Verstoß gegen UN-Resolutionen sind?

Donald Trump: … weil ich das niemals mit ihm persönlich besprochen habe. Ich meine, sie reden über persönlich, ich habe das niemals mit ihm diskutiert. Ich habe über Langstrecken ballistisch gesprochen und die darf er nicht nutzen. Und das hat er auch nicht getan. Und er hat keine Atomtests gemacht. Er hat Kurzstrecke getestet, eher so Standardraketen. Viele Leute testen solche Raketen, nicht nur er. Viele Leute testen solche Raketen. Wir leben in einer Welt der Raketen, Leute, ob euch das nun gefällt oder nicht.

Ich bin zuversichtlich, dass Kim Jong Un am Ende, ich habe ihn sehr gut kennengelernt, das Richtige tun wird. Ich spüre, dass er das Richtige tun wird. Ich denke, es ist zu seinem Vorteil, das Richtige zu tun. Ich glaube, dass Nordkorea ein enormes Potenzial hat, wirtschaftlich. Ich denke, vielleicht, es gibt kein anderes Land im Sinn von neuen Märkten, dass das Potenzial wie Nordkorea hat. Ich glaube, er versteht das besser als irgendjemand sonst. Und ich denke am Ende wird er das Richtige tun. Wir werden sehen. Vielleicht nicht, vielleicht doch. Aber ich glaube, er wird das Richtige tun. Wir werden sehen, was passiert.

nik

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