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"Dreamers"-Programm: Trump will Schutz für bis zu 800.000 junge Immigranten beenden

Sie leben illegal in den USA, haben aber keine andere Heimat und sie sind auch nicht auffällig geworden: Bis zu 800.000 Einwanderer werden durch das "Dreamers"-Programm vor Abschiebung geschützt. Doch das könnte sich bald ändern.

Donald Trump hat nach Medienberichten vor, ein Programm aus der Obama-Zeit zum Schutz Hunderttausender jüngerer illegaler Einwanderer vor einer Abschiebung zu beenden. Das berichteten die Nachrichtenseite "Politico" und der Sender CNN unter Berufung auf informierte Kreise.

Bis zu 800.000 Menschen betroffen

Insgesamt geht es um schätzungsweise 800.000 Töchter und Söhne illegaler Immigranten, die im Kindesalter von ihren Eltern in die USA gebracht wurden. Sie sind dort groß geworden und zur Schule gegangen, arbeiten und bezahlen ihre Steuern - und kennen keine andere Heimat. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte diesen sogenannten "Dreamers" (Träumer)  2012 per Dekret offiziell eine Arbeitserlaubnis eingeräumt und sie vor Abschiebungen geschützt.

Das Weiße Haus hat die Bekanntgabe einer Entscheidung für Dienstag angekündigt. Allerdings will Trump den Angaben zufolge seine Entscheidung erst in einem halben Jahr durchsetzen. Damit wolle er dem Kongress die Möglichkeit geben, Betroffenen das Bleiben auf einer neuen legalen Basis zu ermöglichen.

Kann sich Donald Trump au den Kongress verlassen?

Bei Trumps Republikanern im US-Kongress ist ein solcher drastischer Schritt äußerst unpopulär. Der Präsident wiederum steht unter dem Zwang, seine konservative Basis zufriedenzustellen, der er ein entschiedenes Durchgreifen gegen illegale Einwanderung versprochen hat. Indem er dem Kongress den Ball zuspielt, könnte er es beiden Seiten Recht machen. CNN und "Politico" betonten jedoch unter Berufung auf ihre Quellen, dass vor Dienstag nichts absolut sicher sei.


Bereits vor einigen Tagen haben Führungskräfte hunderter von Unternehmen (darunter die Chefs von Apple, Google und Amazon) in einem offenen Brief den Erhalt des "Dreamers"-Programm gefordert. Facebook-Chef Mark Zuckerberg schreibt: "Wir brauchen eine Regierung, die die "Träumer" beschützt. Diese jungen Menschen stehen für unsere Zukunft unseres Landes und unserer Wirtschaft. Sie sind unsere Freunde und unsere Familie." Laut "Politico" haben sich rund auch 300 kirchliche Vertreter gegen das Ende des Einwandererschutzes ausgesprochen.



nik/DPA
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