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Einkommen: Cheney verdient doppelt so viel wie Bush

Am 15. April ist Stichtag in den USA, dann muss die Steuererklärung abgegeben werden. Das gilt auch für Präsident George W. Bush, der 2006 zwar etwas mehr verdiente als im Vorjahr, aber dennoch weit abgeschlagen hinter seinem Vize liegt.

US-Präsident George W. Bush ist zwar der Chef im Weißen Haus, aber beim Jahreseinkommen schlägt ihn "Vize" Richard Cheney um Längen. Wie das Weiße Haus am Freitag bekannt gab, hatten Bush und seine Frau Laura im Jahr 2006 steuerpflichtige Einkünfte von etwa 643.000 Dollar (475.000 Euro). Cheney und Ehefrau Lynne brachten es auf mehr als doppelt so viel: Sie vermeldeten ein Einkommen von etwa 1.615.000 Dollar (1,2 Millionen Euro). In den USA ist die Steuererklärung jeweils zum 15. April fällig.

Den Angaben zufolge zahlten die Eheleute Bush gut 186.000 Dollar an den Fiskus. Neben dem Präsidenten-Salär von knapp 400.000 Dollar flossen Erträge aus Investitionen in die private Haushaltskasse. Spenden im Umfang von rund 78.000 Dollar an Kirchen und Wohltätigkeitsorganisationen wurden von der Steuer abgesetzt.

Pflicht, Finanzen offen zu legen

Cheney strich neben seinem Einkommen als "Vize" in Höhe von 209.000 Dollar eine Pension aus einer früheren Tätigkeit in der Privatwirtschaft ein. Seine Frau bezog unter anderem ein Gehalt aus ihrer Arbeit für ein politisches Forschungsinstitut und Tantiemen für ein Buch. Gute 104.000 Dollar an Spenden machten die Eheleute 2006 locker. Wie sie selbst mitteilten, haben sie damit seit Beginn der Vizepräsidentschaft 2001 rund 7,8 Millionen Dollar gespendet.

Nach dem Ethics in Government Act von 1978 müssen unter anderem der Präsident und Vize-Präsident, Minister, Kongress- Abgeordnete, gewisse Bundesrichter, hochrangige Staatsbedienstete und Kandidaten für politische Ämter Teile ihrer Finanzen offen legen. Das Gesetz wurde nach dem Watergate-Skandal erlassen. Bund, Bundesstaaten und Kommunen erheben in den USA ihre Steuern getrennt voneinander.

DPA/Reuters / DPA / Reuters