Energie Australien knipst die Birnen aus


Die australische Regierung will die Bürger zum Energiesparen erziehen. Ab 2010 werden handelsübliche Glühbirnen verboten. Das künstliche Licht soll dann aus Energiesparlampen kommen - ein Beitrag Australiens zur Reduzierung der Treibhausgase.

Die Tage der klassischen Glühbirne sind in Australien gezählt. Die Regierung will den mehr als 125 Jahre alten Lichtspender ab 2010 verbieten, um Energieverbrauch und Treibhausgase zu drosseln. sagte Umweltminister Malcolm Turnbull am Dienstag. Zum Einsatz sollen dann nur noch Energiesparlampen kommen - ein Beitrag Australiens zur Reduzierung der Treibhausgase.

Australien gehört wie die USA zu den Ländern, die sich aus wirtschaftlichen Gründen dem Klimaschutzprotokoll von Kyoto verweigern. Auch ein kleiner Schritt können eine große Wirkung haben, sagte Turnbull dem Fernsehsender Nine Network. "Wenn der Rest der Welt unserer Führung folgt, wird dies eine erhebliche Energieeinsparung bedeuten." Die schrittweise Umstellung der Lampen werde nicht nur die Stromrechnung der Haushalte entlasten, sondern auch die Emission von Treibhausgasen im eigenen Land bis 2012 um vier Millionen Tonnen reduzieren.

Nach den zuletzt vorliegenden Zahlen von 2004 gab Australien 565 Millionen Tonnen Kohlendioxid und andere schädliche Gase in die Atmosphäre ab. Umweltschützer kritisierten die Ankündigung der konservativen Regierung als Tropfen auf den heißen Stein. Stattdessen forderten sie einen konkreten Zielrahmen für die Reduzierung der Emissionen und die Umstellung auf erneuerbare Energieträger. Ministerpräsident John Howard erklärte, dass der Plan allen Australiern ermögliche, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der konservative Politiker hat erst kürzlich eingeräumt, dass die industrielle Lebensweise für die globale Erwärmung verantwortlich sei. Es wird erwartet, dass der Klimaschutz in diesem Jahr ein wichtiges Wahlkampfthema in Australien sein wird.

Energiesparlampen verbrauchen

Bei der Glühbirne wird die dem Glühfaden zugeführte Energie in Strahlung umgesetzt. Davon wird aber nur ein geringer Frequenzbereich als Licht wahrgenommen. Die Strahlung im Infrarotbereich ist nicht sichtbar und wird als Wärme empfunden. Energiesparlampen, die auch als Kompaktleuchtstofflampen bezeichnet werden, haben eine höhere Lichtausbeute im Verhältnis zur Energiezufuhr. Sie sind mit Gas gefüllt und mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichtet. Energiesparlampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom. Die herkömmliche Glühlampe basiert auf dem Prinzip des Kohleglühfadens, für den der Amerikaner Thomas Edison 1880 das Patent in den USA erhielt. Der Plan der australischen Regierung sieht eine Ausnahmeregelung für bestimmte Verwendungszwecke vor. So sollen etwa Glühbirnen zur Backofenbeleuchtung weiter erlaubt sein.

DPA/AP AP DPA

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