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Korea-Konflikt: Erneuter Schusswechsel an der innerkoreanischen Grenze

Zwischen Nord- und Südkorea kam es zuletzt wieder häufiger zu militärischen Zwischenfällen. Der jüngste Feuerwechsel an der Landesgrenze kommt nicht überraschend. Aber er gibt Anlass zur Sorge.

Zum zweiten Mal in diesem Monat ist es an der schwer befestigten innerkoreanischen Grenze zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten beider Länder gekommen. Über Opfer wurde nichts bekannt.

Südkoreanische Grenzposten hätten Warnschüsse abgegeben, als sich etwa zehn Soldaten aus Nordkorea der militärische Demarkationslinie in der Pufferzone zwischen beiden Ländern genähert hätten, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Als nordkoreanische Soldaten Schüsse auf die südkoreanische Seite abgegeben hätten, hätten die Grenzposten das Feuer erwidert. Der Schusswechsel nahe der Grenzstadt Paju habe etwa zehn Minuten gedauert.

Gespräche in Gefahr

Der Zwischenfall könnte nach Meinung von Beobachtern die geplanten politischen Gespräche gefährden, auf die sich beide Länder Anfang des Monats geeinigt hatten. Ein Vorschlag des Südens, sich am 30. Oktober zu treffen, blieb bislang unbeantwortet.

Ein ähnlicher Schusswechsel an der Grenze hatte sich am 10. Oktober ereignet. Nordkorea hatte sich von einer Flugblattaktion südkoreanischer Aktivisten provoziert gefühlt und härtere Reaktionen angedroht.

Auch an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer hatten sich in diesem Monat Patrouillenboote beider Länder einen kurzen Feuerwechsel geliefert. Ein Treffen von Militärvertretern beider Länder, das der Entspannung dienen sollte, blieb in der vergangenen Woche ohne greifbares Ergebnis. An der See- und Landesgrenze kommt es immer wieder zu Zwischenfällen; beide Länder befinden sich völkerrechtlich seit dem Korea-Krieg (1950-53) im Kriegszustand.

yps/DPA / DPA
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