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Erpressung: UN-Soldaten im Kongo entführt

Bereits fünf Wochen vor Einsatz der Bundeswehrsoldaten spitzt sich die Lage im Kongo zu. Bewaffnete Kämpfer, vermutlich Anhänger des Milizenchefs Peter Karim, haben sechs UN-Soldaten aus Nepal verschleppt.

Die Kämpfer hätten Lösegeldforderungen gestellt, hieß es aus Kreisen der Vereinten Nationen (UN) und der kongolesischen Behörden. Die Soldaten seien während eines UN-Einsatzes in der Region Ituri aufgegriffen worden. "Wir wissen, dass diese Personen gefangen genommen wurden und dass nun Gespräche stattfinden", hieß es aus UN-Kreisen. Aus Behördenkreisen verlautete, dass es sich bei den Kämpfern um Anhänger des Milizenchefs Peter Karim handle. Dieser verlange 20.000 Dollar (rund 15.600 Euro) für die Freilassung jedes einzelnen Soldaten. Die Entführung ereignete sich rund fünf Wochen vor den geplanten Wahlen im Kongo, die unter anderem von Bundeswehrsoldaten abgesichert werden sollen.

Etwa 780 Bundeswehrsoldaten gehören zu einer EU-Truppe

In den vergangenen Wochen haben die rund 17.000 UN-Soldaten ihre Offensive gegen Milizen im Osten des Landes verstärkt. Für die am 30. Juni geplanten Wahlen will Deutschland rund 780 Bundeswehrsoldaten als Teil einer EU-Truppe zur Verfügung stellen. Sie sollen für eventuelle Evakuierungen bereit stehen. Dafür soll ein Großteil der Truppe im nahe gelegenen Gabun in Reserve gehalten werden. Gesteuert wird der Einsatz aus dem Einsatzführungskommando in Potsdam. Das Mandat der Bundeswehr soll auf den Raum Kinshasa begrenzt sein.

Reuters / Reuters
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