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Erste freie Wahlen nach Gaddafi-Sturz Libyer wählen neues Parlament


Erstmals seit mehr als 50 Jahren finden in Libyen freie Wahlen statt. Doch der erste Urnengang nach dem Sturz des Machthabers Gaddafi wird vor allem im Osten des Landes von Anhängern des alten Regimes gestört.

Knapp ein Jahr nach dem Sturz von Machthaber Muammar Gaddafi hat in Libyen die erste freie Wahl seit mehr als einem halben Jahrhundert begonnen. Vor einigen Wahllokalen bildeten sich bereits am Morgen Warteschlangen. Rund 2,7 Millionen Menschen sind in dem nordafrikanischen Land am Samstag zu dem Urnengang aufgerufen. Die Abstimmung war zunächst für den 19. Juni geplant, musste aber wegen Problemen bei der Vorbereitung verschoben werden. Die Wähler sollen eine 200 Mitglieder starke Versammlung bestimmen, die einen Ministerpräsidenten und ein Kabinett ernennen soll. Die Wahllokale schließen um 20 Uhr. Erste Teilergebnisse werden anschließend erwartet. Mit dem vorläufigen Endergebnis wird aber nicht vor Montag gerechnet.

Förderaltisten stören die Wahl

Die Abgeordneten sollten ursprünglich auch eine verfassungsgebende Versammlung einsetzen. Diese soll nach einem Beschluss der Übergangsregierung, die damit dem nach mehr Autonomie strebenden Osten des Lands Zugeständnisse machte, nun gesondert direkt gewählt werden. Unruhen im Osten drohen zuletzt die Abstimmung zu belasten. Der stellvertretende Chef der Wahlleitung warf Innenministerium und der Armee vor, die Sicherheit der Abstimmung nicht gewährleisten zu können. In der Nähe von Bengasi wurde am Freitag ein Hubschrauber mit Wahlunterlagen von einer Rakete getroffen und musste notlanden. Bei dem Vorfall wurde ein Mann getötet. Der TV-Sender al Arabija meldete, in einem Bezirk westlich von Bengasi sei ein Wahllokal verwüstet worden.

swd/Reuters/DPA DPA Reuters

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