Erstes Treffen Neue Diplomatie zwischen Libanon und Syrien


Der Libanon und Syrien wollen diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das ist das erste Ergebnis des syrisch-libanesischen Versöhnungsgipfels der Präsidenten beider Länder. Kurz vor dem Treffen kamen bei einem schweren Bombenanschlag im Libanon 14 Menschen ums Leben.

Der Libanon und Syrien wollen nach Angaben aus Damaskus diplomatische Beziehungen aufnehmen. Das vereinbarten die Präsidenten beider Staaten am Mittwoch bei einem Treffen in der syrischen Hauptstadt Damaskus, wie aus Regierungskreisen verlautete.

Der libanesische Staatschef Michel Suleiman war zuvor zu einem zweitägigen Besuch in Syrien eingetroffen, der erste Besuch eines libanesischen Präsidenten in dem Nachbarland seit mehr als drei Jahren. Syrien und der Libanon unterhalten seit ihrer Unabhängigkeit von Frankreich in den 40er Jahren keine umfassenden diplomatischen Beziehungen. Das ohnehin belastete Verhältnis zwischen beiden Staaten war seit dem Mordanschlag auf dem früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri 2005 auf einem Tiefpunkt. Viele Libanesen machten Syrien für die Tat verantwortlich.

Blutiger Anschlag

Kurz vor dem syrisch-libanesischen Versöhnungsgipfel in Damaskus ist der Libanon von einem schweren Bombenanschlag erschüttert worden. 14 Menschen wurden getötet, darunter ein acht Jahre alter Schuhputzerjunge, wie die Sicherheitsbehörden in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli mitteilten. Der 20-Kilo-Sprengsatz war in einem Koffer versteckt. Er explodierte an einer belebten Einkaufsstraße im Stadtzentrum, unweit eines Busses, in dem zahlreiche Soldaten saßen. Der neue libanesische Präsident Michel Suleiman rief die Bevölkerung zu Versöhnung und Einigkeit auf. Auch die Europäische Union verurteilte den Anschlag.

Bei der Explosion wurden nach Angaben eines Sicherheitsbeamten etwa 40 Menschen verletzt. 15 von ihnen wurden stationär behandelt, einige von ihnen auf der Intensivstation. "Es ist noch nicht klar, ob die Bombe ferngezündet oder durch einen Zeitzünder aktiviert wurde", sagte der Beamte.

Durch die Wucht der Explosion wurden Körperteile auf umliegende Hausdächer geschleudert. Vor den Krankenhäusern sammelten sich Menschen, die verzweifelt nach Informationen über vermisste Angehörige suchten. "Ich weiß nicht, ob mein Sohn dabei ist - wo er ist", weinte eine Frau. "Er sollte heute morgen den Bus nehmen, um zum Dienst zu fahren." Ein Krankenhausmitarbeiter sagte, manche Leichen seien so zerfetzt, dass die Identifizierung schwierig sei.

AP/AFP AP

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