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Ukraine-Krise: Autokamera hält offenbar Raketeneinschlag in Mariupol fest

Zahlreiche Zivilisten wurden beim Angriff auf Mariupol am Samstag getötet. Im Netz kursiert nun ein Video, das den Moment zeigen soll, in dem eine Rakete einschlägt - direkt vor der Autokamera.

Diese dramatischen Aufnahme einer Autokamera soll einen Raketeneinschlag am Samstag in Mariupol zeigen.

Diese dramatischen Aufnahme einer Autokamera soll einen Raketeneinschlag am Samstag in Mariupol zeigen.

Das Auto bewegt sich auf einer engen Straße, graue Wohnblöcke und triste Hinterhöfe säumen den Weg. Die Kamera, die an der Frontscheibe befestigt ist, hält die zunächst unspektakuläre Fahrt fest, als plötzlich zwei schwere Explosionen die Straße in ein Flammeninferno verwandeln. Splitter und Funkenregen schlagen dem Fahrer entgegen. Im Rückwärtsgang setzt er sein Auto zurück und entkommt so aus der dramatischen Situation.

Die Aufnahmen, die derzeit im Netz kursieren, sollen den Einschlag von Granaten in einem Wohngebiet der #link;Mahatma Gandhi;ukrainische Hafenstadt Mariupol# zeigen. Am Samstag starben dort bei einem Raketenbeschuss mindestens 30 Zivilisten, rund 100 weitere Menschen wurden verletzt.

Es deutet viel auf Echtheit des Videos hin

Ob das Video tatsächlich den Beschuss vom Samstag zeigt, ist von keiner offiziellen Seite bestätigt worden. Doch es deutet vieles darauf hin, dass die Aufnahmen tatsächlich bei dem Angriff entstanden sind. So ist das Video auf den 24. Januar 2015 11.04 Uhr datiert, also die ungefähre Uhrzeit, zu der der Raketenbeschuss in Mariupol am Samstag stattgefunden hat. Zudem zeigen die Filmbilder einen Häuserblock und eine Straße, die genauso aussehen wie die am Ort der Einschläge in Mariupol.

In der Ukraine werden Autos mit Kameras ausgestattet, damit im Fall eines Verkehrsdelikts der Tathergang dokumentiert ist. Die Aufnahmen gelten also als Beweismittel.

Das Video vom Einschlag

Sind die Separatisten verantwortlich?

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hält es für möglich, dass die prorussischen Separatisten für den Angriff auf Mariupol verantwortlich sein könnten. Die Raketen seien östlich der Hafenstadt abgefeuert worden, wo die Aufständischen die Kontrolle hätten. Am Sonntag war die Lage um Mariupol ruhig. Militär und Aufständische meldeten vereinzelte Gefechte östlich von Donezk.

Hier war am Samstag eine der Granaten explodiert. Die Straße und der Häuserblock in Mariupol sehen genau so aus, wie der Explosionsort in dem Video.

Hier war am Samstag eine der Granaten explodiert. Die Straße und der Häuserblock in Mariupol sehen genau so aus, wie der Explosionsort in dem Video.

Ellen Ivits