EU-Werbung Runter mit den "Porno-Plakaten"


Mit erotischen Plakatmotiven wollte eine Künstlergruppe für die österreichische EU-Ratspräsidentschaft werben. Doch die Plakate sorgten für solch lautstarke Proteste, dass nun Konsequenzen gezogen werden.

Österreich entfernt umstrittene Sex-Poster, auf denen US-Präsident George W. Bush, Frankreichs Präsident Jacques Chirac und die britische Königin Elizabeth II. verunglimpft werden. Die Bilder zeigen zwei weibliche Models mit Bush- und Chirac-Masken sowie einen Mann mit einer Queen-Maske in eindeutiger Pose. Auch ein weiteres Bild, auf dem eine Frau mit gespreizten Beinen und einem Slip zu sehen ist, in dessen Mitte das Wappen der Europäischen Union (EU) prangt, sollen von den Straßen entfernt werden.

Die auf elektronischen Plakatwänden präsentierten Bilder gehören zu einer insgesamt 150-teiligen Serie, die unter dem Titel "euroPART" die "verschiedenen sozialen, historischen und politischen Entwicklungen in Europa widerspiegeln" sollten, und riefen einen Sturm der Entrüstung hervor. Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bat die Künstler, ihre Werke zurückzuziehen, nachdem Oppositionsführer und Medien kritisierten, die Bilder würden Frauen erniedrigen und dem Ansehen Österreichs schaden.

"Wir bedauern diese Entwicklung"

Das Land übernimmt am 1. Januar die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union (EU). Medienberichten vom Donnerstag zufolge stimmten die Künstler Carlos Aires aus Spanien und Tanja Ostojic aus Serbien nun zu, die Bilder zu entfernen. Die Bilder sollten nicht zu Ungunsten der anderen Poster alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen, wurden sie zitiert. Das ausführende Kunstprojekt "25peaces" entschuldigte sich der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge: "Wir bedauern diese Entwicklung, die das Image des gesamten Projekts verzerrt hat". "25peaces" erhielt eine Million Euro aus öffentlichen Geldern für das Projekt.

Reuters Reuters

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