Fahd-Tod Verunsicherung treibt Ölpreis in die Höhe


Die Verunsicherung über die Erdöl-Versorgung nach dem Tod des saudiarabischen Königs Fahd hat den Ölpreis am Montag in die Höhe getrieben.

Wie Reuters aus saudiarabischen Kreisen erfuhr, will der weltgrößte Erdöl-Exporteur seine Ölpolitik aber nicht verändern.

Der Terminkontrakt auf die US-Ölsorte Crude Light verteuerte sich am Montagvormittag zeitweise auf 61,23 Dollar je Barrel (159 Liter). Die führende Nordsee-Sorte Brent kostete bis zu 60,11 Dollar je Barrel. „Der Tod König Fahds bringt Verunsicherung in die Märkte“, sagte Stefan Schilbe, Chef-Volkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Ölpreis habe aber bereits schon in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt. "Es wird sich daher erst in den nächsten Tagen herausstellen, ob das aktuelle Preisniveau gerechtfertigt ist."

Mit Blick auf Spekulationen zur Rohöl-Versorgung erfuhr Reuters von einer Person aus der saudiarabischen Ölindustrie: "Saudi-Arabien wird seinen Kunden weiterhin geben, was diese wollen." Wie es aus einer anderen saudiarabischen Quelle hieß, soll die bisherige Ölpolitik beibehalten werden. Derzeit fördert das Land 9,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) und hält Kapazitäten von 1,5 bis zwei Millionen bpd bereit, um kurzfristige Versorgungsengpässe auszugleichen. Spekulationen über einen unzureichenden Öl-Nachschub hatten den Preis für den wichtigen Rohstoff in den vergangenen Monaten allerdings trotz der Produktionsausweitung zahlreicher Förderländer drastisch in die Höhe getrieben.

Das saudiarabische Fernsehen hatte am Montag den Tod König Fahds offiziell bekannt gegeben. Der bisherige Kronprinz Abdullah, der bereits seit Jahren die Staatsgeschäfte für den schwer erkrankten Fahd geführt hatte, sei zu dessen Nachfolger ernannt worden. Abdullahs Position als Kronprinz übernehme Verteidigungsminister Prinz Sultan.


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