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Festnahmen bei Großrazzien: Mafiabosse, Beamte und Rechtsanwälte

Bei Großrazzien gegen die Mafia in Süditalien hat die Polizei Dutzende Verdächtige festgenommen und Besitztümer im Wert von insgesamt mindestens 240 Millionen Euro beschlagnahmt. In Bari wurden bei einer Razzia gegen den apulischen Clan der Parisi 83 Verdächtige festgenommen, darunter die Mafiabosse "Savinuccio" Parisi und Antonio Di Cosola, mehrere örtliche Beamte und Rechtsanwälte.

Bei Großrazzien gegen die Mafia in Süditalien hat die Polizei Dutzende Verdächtige festgenommen und Besitztümer im Wert von insgesamt mindestens 240 Millionen Euro beschlagnahmt. In Bari wurden bei einer Razzia gegen den apulischen Clan der Parisi 83 Verdächtige festgenommen, darunter die Mafiabosse "Savinuccio" Parisi und Antonio Di Cosola, mehrere örtliche Beamte und Rechtsanwälte. 53 von ihnen wurden inhaftiert, 30 kamen in Hausarrest, wie die italienischen Medien am Dienstag berichteten.

Die Beamten stellten allein bei der Razzia in Bari Güter im Wert von 220

Millionen Euro sicher. Zu ihnen zählten Unternehmen, ein Londoner Wettbüro, Grundstücke, Immobilien, Bankkonten, Luxusautos und Rennpferde. Laut den Medienberichten wollte der Parisi-Clan unter anderem in Bari die Kontrolle über den Bau einer der größten Universitäten Italiens übernehmen.

Auf Sizilien nahmen die Fahnder elf mutmaßliche Vertraute des früheren Cosa Nostra-Chefs Bernardo Provenzano fest. Sie sollen Provenzano mehr als 40 Jahre lang geholfen haben, seiner Festnahme immer wieder zuvorzukommen. Der langjährige Mafiaboss war den Ermittlern schließlich im April 2006 ins Netz gegangen.

In der Region Nola nahe Neapel beschlagnahmten die Mafiajäger am Dienstagmorgen Güter eines Clans der Camorra im Wert von 20 Millionen Euro, darunter erneut Grundstücke, Immobilien und Unternehmen. Mitglieder des Clans sollen unter anderem öffentliche Gelder in Höhe von einer Million Euro unterschlagen haben, die zur Ansiedelung von Industrie in der Region bestimmt waren. Das Geld investierten sie stattdessen vor allem in den Kauf von Luxuslimousinen.

AFP / AFP