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Flucht aus Nordkorea: "Ein terroristisches Verbrechen"

Nordkorea äußert sich erstmals zur Massen-Flucht und wirft Seoul einen Komplott vor. Südkorea hatte am Dienstag und Mittwoch etwa 470 nordkoreanische Flüchtlinge aufgenommen.

Nordkorea hat sein Schweigen über die Flucht von mehr als 450 Landsleuten nach Südkorea in dieser Woche gebrochen und das Nachbarland des Komplotts beschuldigt. Es habe sich in dem Fall um eine "geplante Entführung und ein terroristisches Verbrechen am helllichten Tage" gehandelt, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag eine Erklärung des halbstaatlichen "Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes" in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang.

Keine Angaben über die Umstände der Flucht und das Ausgangsland

"Die südkoreanischen Behörden werden die volle Verantwortung für diesen Fall übernehmen", habe das für den innerkoreanischen Dialog zuständige Komitee weiter über die amtlichen Medien des Landes erklärt. Auch andere Kräfte würden für ihre Rolle bei der Ausreise der Nordkoreaner nach Südkorea einen "hohen Preis" zahlen müssen. Diese Operation habe dem Zweck dienen sollen, das nordkoreanische System zu Grunde zu richten, hieß es weiter.

Südkorea hatte am Dienstag und Mittwoch etwa 470 nordkoreanische Flüchtlinge aus einem südostasiatischen Land eingeflogen. Es war die bisher größte Flüchtlingsgruppe aus dem kommunistischen Land, die in den kapitalistischen Süden der koreanischen Halbinsel kamen. Offizielle Angaben über das unmittelbare Ausgangsland und die Umstände der Flucht wurden gemäß einer Absprache mit der betroffenen Regierung nicht gemacht. Die Überläufer hatten sich vermutlich zunächst über die Grenze nach China abgesetzt, wo nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen Zehntausende von Nordkoreanern aus Furcht vor einer Abschiebung in ihre Heimat im Untergrund leben.

DPA / DPA