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Flüchtlingsboot im Mittelmeer: Die Glücklichen überleben diese Überfahrt - die anderen bleiben tot auf dem Boot liegen

Menschen, die über tote Körper steigen, ein Kleinkind, das verzweifelt über Wasser gehalten wird: Es herrscht tödliche Enge auf den Flüchtlingsbooten im Mittelmeer. Ein Fotograf hat einen Rettungseinsatz begleitet - und bedrückende Bilder gemacht.

Eng zusammengepfercht sitzen die Menschen auf viel zu kleinen Booten. Am Montag waren vor der libyschen Küste mehr als 6000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden.

Eng zusammengepfercht sitzen die Menschen auf viel zu kleinen Booten. Am Montag waren vor der libyschen Küste mehr als 6000 Flüchtlinge aus Seenot gerettet worden.

Es sind bittere Bilder, die ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP von einem Rettungseinsatz vor der libyschen Küste mitgebracht hat. Der Reporter konnte am Dienstag an Bord eines Holzbootes gehen, allein dort zählte er laut der "New York Times" 29 Tote - zehn Männer und 19 Frauen. Die meisten von ihnen erstickten in der Enge. Die Fotos, die der Reporter während des Einsatzes schoss, zeigen das ganze Elend der Überfahrt: Menschen, die dicht gedrängt auf viel zu kleinen Booten verharren, die bei ihrer Rettung über tote Körper steigen müssen.

Der Flüchtlingszustrom über das Mittelmeer reißt dennoch nicht ab. Bei gutem Wetter wagen an manchen Tagen Tausende die Überfahrt von Libyen in Richtung Europa. Am 30. August wurden an einem einzigen Tag 6908 Flüchtlinge zwischen der libyschen Küste und Sizilien aus Seenot gerettet. Die Schließung der Balkanroute im Frühjahr scheint sich auf die Flüchtlingszahlen auf der zentralen Mittelmeerroute aber nicht auszuwirken. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen 2016 wie 2015 bis Ende September jeweils rund 132.000 Bootsflüchtlinge nach Italien.