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Verbot der Regierung: Saudis dürfen keine Kriegswaisen aus Syrien adoptieren

In den reichen Golfstaaten sind Flüchtlinge nicht willkommen - auch nicht, wenn sie noch so hilflos sind. Die Regierung in Saudi-Arabien verbietet sogar, Kriegswaisen aus Syrien und dem Irak zu adoptieren.

Ein Junge mit einem aufgeblasenem Schwimmring um die Hüften steht nach Sonnenuntergang am Meeresufer und blickt in die Kamera.

Dieser syrische Junge steht kurz nach seiner Ankunft auf dem Festland allein an der griechischen Küste

Ein Großteil der Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen, ist auf Syrien vor dem Krieg geflohen. Millionen Syrer sind aktuell auf der Flucht vor Not, Elend und dem Tod - 95 Prozent der Flüchtlinge sind derzeit auf nicht mehr als fünf Länder der Erde verteilt. In die Länder des Golf-Kooperationsrates dürfen sie nicht einreisen; laut Amnesty International haben Saudi-Arabien, Kuweit, Katar, die Emirate, Bahrein und Oman bisher überhaupt keinen Wohnraum für Kriegsflüchtlinge geschaffen. 

Und noch nicht einmal in privaten Haushalten dürfen sie unterkommen, noch nicht einmal die hilflosesten Opfer der Kriege: Die Regierung Saudi-Arabiens verbietet, dass Saudis Kriegswaisen aus Syrien und dem Irak adoptieren. Darüber hinaus ist es Saudi-Männern verboten, mit ausländischen Frauen Kinder zu zeugen. Vom zuständigen Ministerium heißt es bloß, Saudis sollen sich lieber um Saudis kümmern. 560 Waisenkinder aus Syrien waren vor dem Paukenschlag der Regierung in Saudi-Arabien adoptiert worden. Das Verbot gilt nun bereits seit neun Monaten. Während dieser Zeit haben die reichen arabischen Staaten mehrfach öffentlich erklärt, es sei die Aufgabe von "internationalen humanitären Organisationen", für Kriegsflüchtlinge zu sorgen. 

Dabei sind es gerade diese Länder, denen die Flüchtlinge aus Syrien am meisten verbunden sind - kulturell, religiös und vor allem sprachlich. Stattdessen müssen die Menschen im fremden Europa und Asien ihr Glück versuchen. Mehr als vier Millionen Syrer wurden laut Amnesty International bislang auf die Türkei, Jordanien, den Libanon, den Irak und Ägypten untergebracht. Mehrere Hunderttausend hoffen außerdem in Deutschland auf Asyl.

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