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Flüchtlingslager im Gazastreifen Zwölfjähriger stirbt bei israelischem Luftangriff


Seit Freitag fliegt Israel Bombenangriffe auf den Gazastreifen, um gezielt militante Palästinenser auszuschalten. Eine schiere Unmöglichkeit in einem der dichtbesiedelsten Gebiete der Erde, wie jetzt auf traurige Weise deutlich wurde.

Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im Norden des Gazastreifens ist am Sonntag nach örtlichen Angaben ein zwölfjähriger palästinensischer Junge getötet worden. Ein weiterer Mensch sei durch den Beschuss des Camps Dschabalija verletzt worden, hieß es aus Kreisen dortiger Rettungskräfte. Die israelische Armee bestätigte den Angriff zunächst nicht.

Der Gazastreifen ist seit Freitag Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen radikalen Palästinensern und dem israelischen Militär. Insgesamt starben bei israelischen Luftangriffen seither 17 Palästinenser, 28 weitere wurden verletzt. Aus dem Gazastreifen flogen nach israelischen Angaben binnen 24 Stunden mehr als hundert Raketen und andere Geschosse in Richtung Israel.

Bei den israelischen Luftangriffen wurde unter anderem der Chef der palästinensischen Komitees des Volkswiderstands, Suheir al Kaissi, getötet. Die israelische Armee bezeichnete den tödlichen Angriff als "gezielte Eliminierung". Sie warf den Komitees vor, für die kommenden Tage einen Terroranschlag vorbereitet zu haben.

In mehreren Städten im Umkreis des Gazastreifens fiel am Sonntag die Schule aus. Etwa 200.000 israelische Kinder wurden angewiesen, wegen der Raketenangriffe zu Hause zu bleiben. Der israelische Rundfunk meldete, Ägypten bemühe sich, eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas zu vermitteln.

Die Ereignisse vom Wochenende waren die blutigsten Stunden seit der israelischen Großoffensive vom Winter 2008/2009. Die radikalislamische Hamas, die im Gazastreifen seit dem Jahr 2007 regiert, befindet sich mit Israel praktisch in einer Waffenruhe, doch andere militante Gruppen, darunter die Komitees des Volkswiderstands, feuern regelmäßig Raketen oder Granaten ab.

ono/AFP/DPA DPA

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