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Attentat bei Paris Lehrer enthauptet: Was die Ermittler über Tat und Täter wissen

Der Mord an einem Lehrer durch einen 18-jährigen Islamisten schockiert Frankreich. Die Ermittler versuchen herauszufinden, ob der Täter Hintermänner hatte. Es ist nicht die einzige noch offene Frage.

Der bei einem islamistischen Anschlag getötete französische Lehrer ist nach Angaben des französischen Innenministers Opfer einer Fatwa geworden. Der Vater einer Schülerin und ein bekannter militanter Islamist hätten die Fatwa, ein religiöses Rechtsgutachten, ausgesprochen, nachdem der Lehrer im Unterricht umstrittene Mohammed-Karikaturen verwendet hatte, sagte Innenminister Gérald Darmanin dem Radiosender Europe 1 am Montag. Beide Verdächtige seien bereits in Polizeigewahrsam.

Der 18-jährige Haupttäter war kurz nach der Tat von Polizisten erschossen worden. Bei ihm handelt es sich um einen Russen tschetschenischer Herkunft. Laut der französischen Tageszeitung "Le Monde" gehen die Ermittler noch mehreren offenen Fragen nach. Gab es Komplizen, die den jungen Mann vor der Tat instruiert haben? Hatte der 18-Jährige genaue Informationen über die Identität und die Arbeitszeiten des 47-jährigen Lehrers? Oder war die Tat ein relativ spontaner Gewaltausbruch? Immerhin lebte er mit seinen Eltern in der Stadt Evreux in der Normandie – etwa 100 Kilometer vom Tatort entfernt. Unklar ist laut "Le Figaro" auch noch, wie er überhaupt vom Schulunterricht zu den Mohammed-Karikaturen erfahren hat: durch soziale Medien, durch muslimische Religionsführer oder auf ganz anderem Wege?

Täter bot wohl Schülern Geld für Informationen

Laut "Le Monde" war der 18-Jährige am Freitag mit Hunderten Euro Bargeld vor der Schule in Conflans-Sainte-Honorine, etwa 30 Kilometer nordwestlich von Paris, aufgetaucht und hatte Schülern Geld für Informationen über das spätere Opfer geboten. Einer der Schüler im Alter von 15 Jahren sei deswegen am Sonntag in Gewahrsam genommen worden. Es gebe allerdings keine Beweise dafür, dass er sich bewusst war, welche Folgen seine Informationen über den Lehrer für diesen haben würden, so "Le Monde". Das Vorgehen des 18-Jährigen spricht eher gegen die These, dass er schon genauere Informationen über das spätere Opfer hatte.

Nach der Ermordung des Lehrers hatte der Angreifer noch ein Foto des Opfers im Netz veröffentlicht und eine Nachricht an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gerichtet, den er als "Anführer der Ungläubigen" bezeichnete. "Ich habe einen Ihrer Höllenhunde hingerichtet, der es wagte, Mohammed herabzusetzen."

Polizeieinsätze gegen Islamisten

Am Montagmorgen wurden Polizeieinsätze gegen dutzende mutmaßliche Islamisten eingeleitet. Im Laufe der Woche sollen diese fortgesetzt werden. Laut Innenminister Gérald Darmanin stehen sie nicht "zwingend" im Zusammenhang mit dem Fall des ermordeten Lehrers. Die Aktionen zielten vielmehr darauf ab, "eine Botschaft zu vermitteln: nicht eine Minute Aufschub für die Feinde der Republik".

Seit der Ermordung des Lehrers im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine am Freitag seien außerdem "mehr als 80 Ermittlungen" wegen Online-Hasses eingeleitet worden, fügte der Minister hinzu. Darmanin will zudem mehrere Vereinigungen auflösen lassen, darunter das Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF).

Quellen: AFP, "Le Monde", "Le Figaro".

tkr / mit AFP

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