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Griechenland vor der Wahl: Ist doch eh alles egal

Es wird wieder geraucht wie früher. Niemand kümmert sich um Verbote. Im Jahr fünf der Krise hat sich in Griechenland eine Ist-doch-alles-egal-Stimmung breitgemacht - Linderung? Nicht in Aussicht.

Es sind nur Zwiebeln, aber sie werden verschenkt und die Menschen balgen sich um das Gemüse - Griechenland wird wohl noch Jahre in der Krise stecken

Es sind nur Zwiebeln, aber sie werden verschenkt und die Menschen balgen sich um das Gemüse - Griechenland wird wohl noch Jahre in der Krise stecken

Bei den Suppenküchen in den großen Städten, wo früher die Immigranten Schlange standen, warten heute Griechen auf eine warme Mahlzeit. Um die 300.000 Familien leben ohne Strom, 25 Prozent sind arbeitslos, die Gehälter schrumpfen. Ein Professor verdient kaum mehr als 2000 Euro. 586 Euro beträgt der monatliche Mindestlohn - brutto. Viele Menschen können ihre Krankenversicherung nicht mehr zahlen, deshalb sind die Notaufnahmen der Kliniken überlaufen, denn nur dort ist die Behandlung gratis - Griechenland im Jahr fünf der Krise.

Viele Griechen haben sich aufgegeben. Die wenigsten sehen eine Perspektive für die Zukunft. Das Gefühl, ein Teil Europas zu sein, lässt nach. Besonders auf dem Festland, wo die Wirtschaft nicht vom Tourismus profitiert. In Athen herrscht vor den Parlamentswahlen eine spürbare Ist-doch-alles-egal-Stimmung. An roten Ampeln wird noch weniger angehalten als früher ohnehin schon und das Rauchverbot in Cafes, Bars und Restaurants nahezu vollständig ignoriert. Während die Wirte ihre Gäste vor zwei Jahren noch baten, qualmende Zigaretten für den Fall einer Kontrolle unterm Tisch zu verstecken, stehen heute überall Aschenbecher. Es wird geraucht wie in den 70er Jahren. Der Polizei und dem Ordnungsamt ist es egal. Es gibt schlimmere Probleme.

"Die Kürzungen haben ein Ende"

Eine Aussicht auf Erholung der Wirtschaft besteht nicht. Ausländische Investoren meiden das Land, junge qualifizierte Arbeitskräfte wandern ab (130.000 Menschen seit Ausbruch der Krise). "Die Verelendung erleben wir seit langem", sagt Mitsos Sarantis, ein seit zwei Jahren arbeitsloser Schuhverkäufer aus der dicht besiedelten Athener Vorstadt Peristeri. Sein Sohn ist bereits weg. Ausgewandert nach Katar.

Programme zur Wirtschaftsförderung hat die bisherige Regierung nicht vorgelegt. Im Wahlkampf ließ sich Ministerpräsident Antonis Samaras nur dazu hinreißen, seinem Volk etwas Linderung zu versprechen: "Weitere Kürzungen von Löhnen und Renten wird es nicht geben", sagt er. Der Sprössling der Athener Elite galt bislang zwar als williger Vollstrecker der Brüsseler Sparvorgaben, doch er weiß natürlich auch, dass die Geduld der Griechen längst überstrapaziert ist. Ob ihm diese Erkenntnis bei der anstehenden Abstimmung helfen wird? Unwahrscheinlich. In den Umfragen kommt seine Partei, die konservative Nea Demokratia (ND), auf den zweiten Platz – doch die nächste Regierung werden die linken Parteien wohl unter sich ausmachen.

Hätten die Griechen nur ihre Steuern bezahlt

Das Land sehnt sich nach einem frischen Wind auf höchster Ebene. Was ihm außer dem luftabschneidenden Gespare ebenfalls sauer aufstößt, ist der Umstand, dass es die politische Führung aus ND und der sozialistischen Pasok war, die das Land erst jahrelang unter sich aufteilten, um nun die Krisenbewältigung auf die Bürger abzuwälzen. Wahr aber ist auch: Hätten die Griechen zwischen 1999 und 2009 brav ihre Steuern gezahlt, wäre das Land niemals in der Schuldenspirale versunken, wie es in der Arte-Reportage "Griechenland - Stunde Null" heißt.

Niels Kruse
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Füllhorn Rente 63 ?
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