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HINTERGRUND: Los Alamos - Geburtsort der Atombombe

Der Name Los Alamos steht als Synonym für die Erfindung der Atombombe. Die Ortschaft wurde 1943 als Provisorium mitten in die Wüste des US-Staats New Mexiko gesetzt.

Der Name Los Alamos steht als Synonym für die Erfindung der Atombombe. Die Ortschaft wurde 1943 als Provisorium mitten in die Wüste des US-Staats New Mexiko gesetzt, um dort unter abgeschotteten Bedingungen einem internationalen Wissenschaftlerteam unter Leitung des Generals Leslie Groves und des Physikers Robert Oppenheimer die Verwirklichung des »Manhattan-Projekts« zu ermöglichen.

Der Wüstenstaat New Mexiko im Südwesten der USA hatte den Forschern neben einem über das Jahr nahezu gleich bleibendem Wetter einen schier endlosen menschenleeren Raum für die oberirdische Zündung von Atomsprengsätzen zu bieten. Wegen der kritischen Größe konnte man die Sprengkörper nicht in verkleinerten Modellversuchen erproben. Die erste Atombombe wurde am 16. Juli 1945 auf dem Versuchsgelände bei Alamogordo gezündet. Die zweite Bombe (Deckname »Little Boy«) explodierte am 6. August 1945 in 600 Metern Höhe über Hiroschima, die dritte zwei Tage später über Nagasaki. Hundertausende Menschen starben, aber es wurde zugleich das Ende des Zweiten Weltkriegs im Pazifik beschleunigt.

»Manhattan-Projekt«

Anlass für das »Manhattan-Projekt«, die Entwicklung der amerikanischen A-Bombe, war die Befürchtung, dass Nazideutschland den Alliierten mit dem Bau einer Atombombe zuvorkommen könnten. Als sich herausstellte, dass das Dritte Reich keine nukleare Bedrohung darstellte, weil die Atomforschung dort - zuletzt betrieben im Schlossberg von Haigerloch in Württemberg - weit zurückgeblieben war, musste für die Forscher eine neue Motivation gefunden werden. Groves erklärte schon 1944: »Es ist doch wohl klar, dass das ganze Projekt dazu dient, die Russen im Zaum zu halten.« Die Forschungen wurden mit gleicher Intensität fortgesetzt. Vergeblich hatten beteiligte Wissenschaftler gefordert, die Russen in gleicher Weise wie die Engländer in das Projekt einzubeziehen, da sie den nach Ende des Zweiten Weltkriegs einsetzenden Rüstungswettlauf voraussahen.

Heute hat Los Alamos rund 60 Kilometer nordwestlich von Santa Fe rund 11.500 Einwohner, die praktisch alle am Los Alamos National Laboratory (LANL) beschäftigt sind. Die zunächst für Unbefugte geschlossene Stadt wurde 1957 geöffnet, ein Teil der Anlage 1962 privatisiert. Auch nach dem offiziellen Ende des Wettrüstens ist das LANL eines der bedeutendsten Atom-Laboratorien der USA. Heute befasst man sich dort jedoch offiziell größtenteils mit nichtmilitärischer Forschung. Es besitzt mit dem 800 MeV-Linearbeschleuniger LAMPF den Protonenbeschleuniger mit dem weltweit höchsten Strahlstrom. Er wird für Experimente der Elementarteilchen- und Kernphysik sowie unter anderem für Neutronenstreuexperimente und die Isotopenerzeugung genutzt.