HOME

Irak: Blutiger Auftakt am Wahlsonntag

Überschattet von neuer Gewalt haben im Irak die ersten Wahlen seit dem Sturz von Saddam Hussein begonnen. Trotz der scharfen Sicherheitsvorkehrungen wurden Anschläge auf Wahllokale in Bagdad verübt und mehrere Menschen getötet.

Mit Selbstmordanschlägen und Mörserangriffen haben Aufständische am Sonntag die als historisch geltenden Wahlen im Irak massiv gestört. Allein in Bagdad und umliegenden Städten starben bis zum Mittag rund zwanzig Menschen. Angesichts des Terrors lief die Wahl in den meisten Landesteilen schleppend. Insbesondere in den Auständischenhochburgen im so genannten sunnitischen Dreieck gingen nach Augenzeugenberichten nur wenige Menschen zur Wahl.

In Bagdad, sowie in nördlich und östlich der Hauptstadt gelegenen Städten sprengten sich Selbstmordattentäter vor Wahllokalen in die Luft. Bei zwei Anschlägen im Westen der Stadt sowie in der Schiiten- Vorstadt Sadr-City und in einem Wahllokal östlich Bagdads kamen nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija 18 Wähler ums Leben. Bei einem Mörserangriff in der südlich gelegenen Stadt Mahawil wurde ein Zivilist getötet. Selbstmordanschläge wurden aus weiteren Städten im Zentralirak gemeldet.

Unterschiedliche Wahlbeteiligung

In der einstigen Aufständischenhochburg Falludscha beteiligten sich nur sehr wenige Menschen an der Wahl. Aus dem Süden der Stadt wurden Kämpfe zwischen Rebellen und US-Soldaten gemeldet. In den Städten Hit und Al-Kaim blieben die Wahllokale leer. In Hit kontrollierten bewaffnete Aufständische die Straßen. Im nordirakischen Samarra erklärte der Gemeinderatsvorsitzende nach Angaben des Senders Al- Dschasira, die Wahlen könnten nicht durchgeführt werden.

Aber auch in den heiligen Schiiten-Städten Nadschaf und Kerbela verhielten sich die Menschen zunächst abwartend, berichteten Augenzeugen. Aus Basra im Süden wurde dagegen am Mittag eine rege Wahlbeteiligung gemeldet. Ministerpräsident Ijad Allawi und Präsident Ghasi al-Jawar gehörten zu den ersten, die wählten. Sie gaben ihre Stimmen in der massiv gesicherten Grünen-Zone im Zentrum Bagdads ab.

AP / DPA / AP / DPA
Themen in diesem Artikel