HOME

Irak-Krieg: Costa Ricas pazifistische Prinzipen

Costa Rica möchte von der Liste der so genannten "Koalition der Willigen" gestrichen werden, die den Irak-Krieg unterstützen. Ein symbolischer Akt - das Land hat ohnehin keine Armee.

Die Regierung von Costa Rica hat die USA am Donnerstag gebeten, das Land von der Liste der so genannten "Koalition der Willigen" zu streichen. Auf der Liste sind die Staaten aufgeführt, die den Irak-Krieg unterstützen. Das Verfassungsgericht in San Jose hatte am Mittwoch entschieden, dass die Einbeziehung des Landes auf der Liste gegen die pazifistischen Prinzipien Costa Ricas verstoße. Außenminister Roberto Tovar sagte, eine entsprechende Note sei der US-Botschaft übergeben worden.

USA will Bitte nachkommen

Die Regierung bitte Washington darum, den Namen Costa Ricas freundlicherweise von der Liste zu streichen, heißt es in der an US-Außenminister Colin Powell gerichteten Note. Der Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, erklärte, die USA seien bereit, dem Wunsch Folge zu leisten. "Jedes Land muss seine eigene Entscheidung treffen, wie es sich an der Koalition beteiligen will", erklärte McClellan. Er sei sicher, dass der Wunsch erfüllt werde. Die Bevölkerung von Costa Rica lehnte den Irak-Krieg mit großer Mehrheit ab.

Ein US-Außenamtssprecher wies darauf hin, dass die Beteiligung des Landes an der Koalition Ausdruck seiner Ablehnung von Terrorismus gewesen sei. Costa Rica habe sich weder militärisch noch finanziell am Einsatz im Irak beteiligt. Der Staat in Mittelamerika hat seit 1949 keine Armee mehr.

Die Liste der "Koalition der Willigen" enthält noch 48 Staaten:

Die "Koalition der Willigen" (Stand: 9.09.04)

DPA / AP / AP / DPA