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Irak: Obama zieht Kampftruppen bis Mitte 2010 ab

US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, den Großteil der amerikanischen Soldaten bis August 2010 aus dem Irak abzuziehen. Bis zu 50.000 Mann sollen aber zunächst noch im Land stationiert bleiben, um irakische Truppen auszubilden. Mit dem Abzug löst Obama ein zentrales Wahlkampf-Versprechen ein - wenn auch später als geplant.

Die USA werden nach Angaben aus Kongresskreisen bis August 2010 ihre Kampftruppen aus dem Irak abziehen. Präsident Barack Obama werde den Beschluss an diesem Freitag bei einem Besuch eines Stützpunktes in North Carolina bekanntgeben, hieß es am Donnerstag. Zwischen 35.000 und 50.000 Soldaten würden jedoch zunächst im Land bleiben, um die irakischen Sicherheitskräfte auszubilden und gegen Terroristen vorzugehen.

US-Verteidigungsminister Robert Gates bestätigte die Angaben nicht. Er wies jedoch darauf hin, dass nach einem Abkommen mit der irakischen Regierung bis Ende 2011 alle US-Truppen das Land verlassen müssen.

Die USA haben gegenwärtig 142.000 Soldaten im Irak stationiert. Obama hatte im Wahlkampf versprochen, die Kampfeinheiten innerhalb von 16 Monaten abzuziehen. Die längere Frist könnte ein Kompromiss mit hochrangigen Militärs darstellen. Aus Regierungskreisen war verlautet, der Kommandeur für die Truppen im Irak, Ray Odierno, und der Oberbefehlshaber für die ganze Region David Petraeus hätten sich für einen Abzug innerhalb von 23 Monaten starkgemacht.

Im Gegenzug für den schrittweisen Abzug aus dem Irak will Obama mehr Truppen nach Afghanistan schicken. Erst vor Kurzem hatte er angeordnet, die 38.000 US-Soldaten dort um weitere 17.000 Mann aufzustocken.

Reuters/AP/DPA / AP / DPA / Reuters
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