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Irak: Tote bei Revolte in US-Gefängnis

Die amerikanische Armee hatte das Gefangenenlager Camp Bucca im Irak bisher als vorbildlich dargestellt. Aber nun kam es auch in dieser US-Haftanstalt zu einer blutigen Auseinandersetzung.

Nach den Folter-Skandalen in Abu Ghreib hatten US-Kommandeure das Rebellengefängnis Camp Bucca immer wieder als Kontrastbeispiel herangezogen. Es galt als Musterbeispiel für gute Haftbedingungen. Einen Tag nach den Wahlen im Irak kam es jetzt zu einer Revolte in dem größten US-Haftlager nahe der Hafenstadt Umm Kasr. Nach Armeeangaben wurden dabei vier Insassen erschossen und sechs weitere verletzt. Unter den Soldaten habe es hingegen keine schweren Verletzungen gegeben.

Die Hintergründe werden untersucht

Der Aufstand sei nach US-Angaben bei einer Durchsuchung nach Schmuggelgut in einem Teil des Lagers ausgebrochen und habe sich schnell auf andere Bereiche von Camp Bucca ausgebreitet. Die Gefangenen hätten die Wärter unter anderem mit Steinen beworfen. Den Soldaten sei es zunächst nicht gelungen die Lage zu beruhigen. Nach etwa 45 Minuten hätten sie daraufhin Waffen eingesetzt

Insgesamt wurden nach US-Angaben drei Gebäudekomplexe mit 2900 Insassen in dem weiträumigen Haftlager im Süden des Irak von der Gewalt erfasst. In Camp Bucca sind insgesamt 5300 Menschen inhaftiert. Warum es zu dem Aufstand kam, ist bisher noch ungeklärt. Die Hintergründe der Revolte und des Einsatzes von Waffengewalt auf Seiten der US-Soldaten würden untersucht, hieß es in einer Mitteilung des US-Militärs. Ein Zusammenhang mit den Wahlen sei nicht ersichtlich. Aufständische im Irak hatten die Wahlen am Sonntag mit Anschlägen zu torpedieren versucht und den demokratischen Kräften den Krieg erklärt.

Auch im US-Gefängnis Abu Ghreib war es schon einmal im November 2003 zu einer Revolte gekommen, wobei drei Häftlinge von US-Soldaten erschossen wurden.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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