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Irak: UN ziehen weitere Mitarbeiter aus dem Irak ab

Die Vereinten Nationen ziehen aus Furcht vor neuen Terroranschlägen weitere internationale Mitarbeiter aus dem Irak ab.

Die Vereinten Nationen ziehen aus Furcht vor neuen Terroranschlägen weitere internationale Mitarbeiter aus dem Irak ab. UN-Generalsekretär Kofi Annan folgte mit dieser Entscheidung am Donnerstag seinen Sicherheitsberatern. Sie hatten nach den zwei Anschlägen auf das UN-Hauptquartier in Bagdad auf einen raschen Rückzug des ausländischen Personals gedrungen.

Schwerer Schlag für die USA

Nach Einschätzung von UN-Diplomaten in New York ist die Anordnung Annans ein schwerer Schlag für die Bemühungen der USA um größere internationale Legitimität für ihr Besatzungsregime. Annan hatte nach dem Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August, bei dem sein Sonderbeauftragter Sergio Vieira de Mello und 21 weitere Menschen getötet worden waren, erklärt, die Weltorganisation könne nur dann eine größere Rolle im Irak spielen, wenn die Besatzungsmächte die Sicherheit im Lande gewährleisten könnten.

Am Montag war bei einem neuen Bombenanschlag auf das UN-Gebäude ein Polizist und der Attentäter getötet worden. Nur durch das beherzte Einschreiten irakischer Polizisten, die den Attentäter in einiger Entfernung von dem UN-Sitz gestoppt hätten, sei eine erneute schwere Katastrophe verhindert worden, hatte Annan am Dienstag bei der Eröffnung der UN-Generaldebatte erklärt. Annans Entscheidung zur weiteren Verringerung des UN-Personals wurde bekannt gegeben, während Regierungschefs und Minister aus zahlreichen Ländern an der Fortsetzung der UN-Generaldebatte teilnahmen.

UN-Mitarbeiter sollen sich in das benachbarte Jordanien zurückziehen

Nach Angaben von UN-Sprecher Fred Eckhard halten sich derzeit von den einst mehr als 650 internationalen UN-Helfern nur noch 42 nicht irakische Mitarbeiter in Bagdad und 44 im Norden des Landes auf. "Diese Zahl wird in den kommenden Tagen weiter abnehmen", gab er offiziell bekannt. Annan habe den Rückzug der überwiegend leitenden UN-Mitarbeiter in das benachbarte Jordanien angeordnet. Die dringendste humanitäre Hilfe solle zunächst mit den mehr als 4000 irakischen UN-Mitarbeiter gewährleistet werden.

Eckhard bemühte sich, die Bedeutung der Rückzugsentscheidung herunterzuspielen: "Dies ist keine Evakuierung, sondern nur eine weitere Reduzierung. Die Sicherheitslage im Land bleibt unter ständiger Beobachtung." Noch am Mittwoch hatten Vertreter des provisorischen irakischen Regierungsrates bei einer Begegnung mit Annan gebeten, die UN-Präsenz im Irak nicht weiter zu verringern.

Nach Angaben aus UN-Kreisen hatten Annans Chefsicherheitsberater, Tun Myat, sowie die Mitglieder eines von der Stellvertretenden UN- Generalsekretärin Louise Frechette geleiteten Beratergruppe den Abzug des ausländischen Personals empfohlen. Dabei sei allen klar gewesen, dass "einige dies als Nachgeben gegenüber dem Terrorismus auslegen" würden.