Iran USA drängen auf Freilassung von US-Bürgern

Bei den drei im Iran festgenommen US-Bürgern handelt es sich um freiberufliche Journalisten. Das Trio war bereits am Freitag im iranisch-irakischen Grenzgebiet festgenommen worden. Bislang hieß es, es habe sich um harmlose Rucksacktouristen gehandelt. Die Festnahme belastet das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Teheran und Washington.

Unmittelbar vor der Vereidigung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad für eine zweite Amtszeit ist die Sorge vor weiteren Spannungen zwischen Teheran und Washington gestiegen. Anlass ist die Festnahme dreier US-Bürger im Iran. Bei den drei Rucksacktouristen, die vom iranischen Militär am Freitag an der irakischen Grenze aufgegriffen worden waren, handelt es sich um freiberuflich tätige Nachwuchsjournalisten. Es seien Untersuchungen im Gange, um die Identität der US-Bürger zu klären, berichtete der Nachrichtensender Khabar am Dienstag.

Im Iran ist die journalistische Arbeit für Ausländer ohne vorherige Akkreditierung streng verboten. Es gab jedoch zunächst keine Anzeichen dafür, dass die Amerikaner die Grenze zum Iran aus beruflichen Gründen überschritten hatten. Am Wochenende hatten auch iranische Medien berichtet, die drei seien irrtümlich auf iranisches Gebiet geraten. Sie waren wegen illegalen Grenzübertritts festgenommen worden.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Montag die sofortige Freilassung der drei Festgehaltenen verlangt. "Wir sind besorgt", sagte Clinton. Da die USA selbst keine diplomatischen Beziehungen zum Iran unterhält, sollen Schweizer Diplomaten sich um die US-Bürger kümmern.

In iranischen Medien wurden die drei US-Amerikaner am Dienstag als "Zionisten" bezeichnet. Bei Shane Bauer handele es sich demnach um einen US-Amerikaner jüdischen Glaubens, der für den "San Francisco Chronicle" und den "Christian Science Monitor" arbeite. Seine Begleiterin Sarah Shourd schreibe angeblich für die politische Website "Matador". Joshua Fattal, der dritte der Festgenommenen, arbeite für eine israelische Wochenzeitschrift, hieß es in Berichten örtlicher iranischer Zeitungen.

Die Nachrichtenagentur Irna berichtete unterdessen, dass Präsident Ahmadinedschad nach seiner Vereidigung die Regierung umbilden und Außenminister Manuchehr Mottaki ersetzen will. Nachfolger Mottakis soll einer der beiden Vizepräsidenten, Parwis Dawudi oder Ahmad Mussawi, werden. Ahmadinedschad hatte in der Vergangenheit mehrmals betont, der Iran wolle in den nächsten vier Jahren einen härteren Kurs in der Außenpolitik einschlagen, vor allem was das international umstrittene Atomprogramm angeht. Die Europäische Union lässt sich bei der Vereidigung vom schwedischen Botschafter in Teheran, Magnus Wernstedt, vertreten. Schweden hat derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Ahmadinedschads Sieg bei der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Wahl vom 12. Juni war am Montag vom obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, offiziell bestätigt worden. Ahmadinedschad hatte am Montag erneut westliche Regierungen dafür verantwortlich gemacht, dass es nach der Präsidentschaftswahl zu Massendemonstrationen im Iran gekommen war. Dabei waren in den vergangenen Wochen mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen.

DPA DPA

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