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Essensbilder für Rekrutierung: IS lockt mit Food-Porn: Ohne Mampf kein Kampf

Es ist angerichtet: Um junge Männer aus dem Westen für den Heiligen Krieg zu begeistern, posten IS und Al-Kaida "Food Porn"-Fotos: Üppige Speisen sollen den Heiligen Krieg schmackhaft machen.

Ein Dasein als Terror-Kämpfer ist mit einigen Anstrengungen verbunden. Kämpfe an der Front, lange Märsche durch die Wüste und dann das viele Blut - da sollte ein wenig Entspannung zwischendurch doch erlaubt sein. Die Terror-Gruppen Islamischer Staat (IS) und Al-Kaida sind allerdings nicht dafür bekannt, irdischen Genüssen zu frönen. Im Gegenteil: Alkoholkonsum, Rauchen und Drogen sind in den vom IS eroberten Gebieten verboten.

Beim Essen greifen die Islamisten allerdings gerne zu. In sozialen Netzwerken posten Anhänger beider Terror-Gruppen in jüngster Zeit immer wieder Bilder von üppigen Speisen. Reichgedeckte Tafeln mit frischem Salat und Pommes Frites sind da zu sehen, auch die prallgefüllten Regale in Supermärkten sind offenbar ein beliebtes Motiv. Die Essensbilder werden meistens unter dem Hashtag #استراحة_مجاهد verbreitet, der sich mit "Mudschaheddin beim Entspannen" übersetzen lässt.

Gutes Essen für die Kämpfer

Nutella und Kinderschokolade in einem "kleinen, aber teuren" Lebensmittel-Shop in der syrischen Stadt Al-Bab.

übersetzt: Ein syrischer Freund lädt seine Brüder zum 'whaleema" (islamisches Hochzeitsmahl) ein.

Entspannen im Swimmingpool

Das Posten von "Foodporn"-Bildern ist seit langem ein Trend in den sozialen Netzwerken. Die Terror-Kämpfer tun dies allerdings nicht zum Spaß. Dahinter verbirgt sich ein Propanda-Trick: Das Online-Magazin "Vocativ.com" sieht darin eine neue Mobilisierungsstrategie, um jungen Kämpfern aus dem Westen den Heiligen Krieg schmackhaft zu machen. Dabei stünden die Bilder in starkem Kontrast zur tristen Realität in den Gebieten, die der IS unter seine Kontrolle gebracht hat. Dort herrschen Hunger und Armut.

Jabhat-al-Nursa, ein Zweig der Al-Kaida-Gruppe in Syrien, veröffentlicht indes Propganda-Videos, die Kämpfer beim Kochen zeigen: Die Männer legen Fleisch auf den Grill, hacken Gemüse und frittieren Pommes Frites. Den Zweck dieser Aktion verraten sie auch: Das Mahl soll al Nusra-Mitglieder im Kampf gegen das syrische Militär stärken.

Die ungewöhnliche Rekrutierungsmethode ist für die Strategie der Islamisten nicht ungewöhnlich. Um ihren Anhängern eine Auszeit zu gönnen, hat der Islamische Staat erst vor Kurzem ein Luxus-Hotel in Mossul eröffnet, wie die Washington Times berichtet. In dem "Niniwe International Hotel" mit 262 Zimmern und Poollandschaft sollen hohe Funktionäre absteigen und Hochzeiten feiern können. Die Extremisten hatten Mossul im vergangenen Juni überrannt. Die Stadt rund 400 Kilometer nördlich von Bagdad gilt als wichtigste IS-Hochburg im Irak.

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