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Jakarta: Ex-Präsident Suharto gestorben

Der frühere indonesische Präsident Suharto ist tot. Er war Anfang Januar mit akuten Herz- und Lungenproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden. Suharto regierte Indonesien 32 Jahre lang und gilt als einer der korruptesten Potentaten der jüngeren Geschichte.

Der indonesische Expräsident Suharto, einer der grausamsten Machthaber des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Während seiner 32-jährigen Herrschaft wurden etwa eine Million Regimegegner umgebracht. Seit seinem Sturz im Jahr 1998 lebte er zurückgezogen in einer Villa in Jakarta. Suharto wurde am 4. Januar in die Pertamina-Klinik der indonesischen Hauptstadt gebracht und wegen Lungen-, Herz- und Nierenversagens behandelt. Erstaunlicherweise konnte sein Zustand mehrmals stabilisiert werden. Am Samstagabend aber fiel der Blutdruck drastisch ab, und der Patient wurde nach Angaben seiner Ärzte bewusstlos.

Der mehr als dreiwöchige Todeskampf endete um 13.10 Uhr (7.10 Uhr MEZ), wie der Arzt Christian Johannes mitteilte. Suhartos Herrschaft gilt als eine der brutalsten und korruptesten des 20. Jahrhunderts. Während seines Aufstiegs zur Macht wurden nach Schätzungen von Historikern bis zu 800.000 Menschen getötet, die beschuldigt wurden, Sympathisanten der Kommunisten zu sein. Weitere 300.000 Menschen kamen bei Militäreinsätzen gegen Unabhängigkeitsbewegungen in Papua, Aceh und Osttimor ums Leben. Die Verbrechen des Regimes wurden strafrechtlich nie aufgearbeitet. Nach seinem Tod blieb Suharto wegen seiner angeschlagenen Gesundheit von einem Prozess verschont.

DPA / DPA
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