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"Blackfacing" Ärger für Kanadas Premier Trudeau wegen eines 18 Jahre alten Fotos

Ein Mann im Anzug steht im Mittelgang eine Flugzeuges und spricht in vier Mikrofone, die ihm Reporter hinhalten
Kanadas Premier Justin Trudeau sagt zum "Blackfacing"-Skandal: "2001, als ich Lehrer in Vancouver war, nahm ich an einer Gala unter dem Motto ‚Arabische Nächte‘ teil. Ich habe mir ein Aladdin-Kostüm angezogen und Make-up aufgetragen. Das hätte ich nicht tun sollen. Ich hätte es besser wissen sollen, aber das habe ich nicht. Es tut mir wirklich leid.
Ich bedauere sehr, dass ich das getan habe. Ich hätte es besser machen sollen, aber das habe ich nicht. Ich übernehme die Verantwortung für einen echten Fehler, den ich gemacht habe. Ich habe in meiner Kampagne darüber gesprochen, welche Anstrengungen nötig sind, um ein besseres Kanada zu schaffen. Ich werde weiter daran arbeiten, Intoleranz und Diskriminierung zu bekämpfen, auch wenn ich in der Vergangenheit einen Fehler gemacht habe. Ich blicke voraus und werde Gespräche darüber haben, wie wir uns als Gesellschaft und als Individuen weiterentwickeln können."
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Die Parlamentswahlen in Kanada werden für Justin Trudeau vermutlich eh schon eng, da kommt dieses fast 20 Jahre alte Foto ungelegen: Es zeigt den jetzigen Premier mit dunkel geschminktem Gesicht. Trudeau reagierte umgehend.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat sich öffentlich dafür entschuldigt, vor 18 Jahren bei einem Kostümabend einer Privatschule mit braun geschminkter Haut aufgetreten zu sein. Thema des Abends sei "Arabische Nächte" gewesen, sagte Trudeau. "Ich habe mir ein Aladdin-Kostüm angezogen und Make-up aufgetragen", sagte er dem kanadischen Sender CBC. Er habe mit seinem Auftritt "einen Fehler gemacht", der ihm "zutiefst leid" tue. Aus heutiger Sicht sehe er ein, dass seine Verkleidung "rassistisch" gewesen sei.

Justin Trudeau kämpft um Wiederwahl

Das Magazin "Time" hatte zuvor ein Schwarz-Weiß-Foto veröffentlicht, das den damals 29-jährigen Trudeau 2001 mit Turban und langem Gewand sowie dunkel geschminkter Haut bei einer Feier an der West Point Grey Academy zeigt, wo er damals lehrte.

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Die Veröffentlichung fällt mitten in den Wahlkampf in Kanada, wo in gut vier Wochen ein neues Parlament gewählt wird. Die Praxis des so genannten Blackfacing, bei der dunkel geschminkte Weiße zum Beispiel auf der Bühne oder der Leinwand die Rollen von Schwarzen übernehmen, ist in Nordamerika hoch umstritten.

Jagmeet Singh von der Oppositionspartei New Democratic Party kritisierte Trudeaus Verhalten als "verstörend" und "beleidigend". Trudeaus Rivale Andrew Scheer von der Konservativen Partei warf dem Premierminister einen "Mangel an Urteilsvermögen und Integrität" vor und erklärte, Trudeau sei nicht geeignet, das Land zu regieren.

Trudeau kämpft mit Korruptionsvorwürfen

Trudeaus Aussichten auf eine Wiederwahl werden bereits durch eine Affäre um politische Einflussnahme und Korruption getrübt. Die Ethikkommission des Parlaments hatte den liberalen Regierungschef im vergangenen Monat gerügt und ihm vorgeworfen, in der Affäre um den Baukonzern SNC-Lavalin Einfluss auf die Ermittlungen genommen zu haben. Trudeau und seine Vertrauten übten demnach auf unzulässige Weise Druck auf die damalige Justizministerin Jody Wilson-Raybould aus, um SNC-Lavalin vor Strafverfolgung zu schützen.

Der Skandal um den Baukonzern hatte Trudeaus Regierung im Frühjahr in eine Krise gestürzt. Justizministerin Wilson-Raybould, Haushaltsministerin Jane Philpott und zwei ranghohe Parteivertreter aus Trudeaus Umfeld traten zurück. Wilson-Raybould berichtete später, sie sei von Regierungsvertretern dazu gedrängt worden, die Staatsanwaltschaft von einer außergerichtlichen Einigung zu überzeugen

nik AFP

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