Kalifornien-Wahl And the winner is: Schwarzenegger


Der Schauspieler Arnold Schwarzenegger hat nach ersten Auszählungen die Gouverneurswahl in Kalifornien gewonnen. 56 Prozent der Wähler stimmten für eine Abwahl des Amtsinhabers Gray Davis.

Nachwahlbefragungen und ersten Auszählungen vom Dienstag zufolge stimmten 56 Prozent der Wähler des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates für eine Abwahl des Amtsinhabers Gray Davis. Dieser gestand seine Niederlage ein. Schwarzenegger führte im Feld der 135 Kandidaten für Davis’ Nachfolge deutlich mit 52 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert. Experten sagten, der gebürtige Österreicher Schwarzenegger habe die enttäuschten Nichtwähler mobilisieren können. Die gegen Ende des Wahlkampfes vorgebrachten Vorwürfe der sexuellen Belästigung hätten dagegen offenbar geringe Auswirkungen gehabt.

"Heute haben die Bürger entschieden, dass ihnen jemand anders dienen soll, und ich akzeptiere ihre Entscheidung", sagte Davis seinen Anhängern. "Ich habe vor einigen Minuten Herrn Arnold Schwarzenegger angerufen und ihm zu seiner Wahl zum Gouverneur gratuliert und ihm alles Gute gewünscht." Der laut ersten Ergebnissen drittplatzierte Republikaner Tom McClintock sagte: "Das ist ein großer Tag für Kalifornien." Er hatte als Erster seine Niederlage eingestanden. Hinter Schwarzenegger lag der demokratische Vize-Gouverneur Cruz Bustamente mit 32 Prozent.

Relativ hohe Wahlbeteiligung

Schätzungsweise zehn Millionen Kalifornien hatten ihre Stimme abgegeben, gut 30 Prozent mehr als bei der vorigen Gouverneurswahl im November. Dem Field Research Corp zufolge war damit die Beteiligung höher als bei jeder Abstimmung im dem Bundesstaat außerhalb einer Präsidentenwahl. Es kann Wochen dauern, bis das Wahlergebnis offiziell festgestellt wird. Klagen gegen wie Abstimmung wie bei der Präsidentwahl 2000 werden ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Verärgerung über Davis wahlentscheidend

Experten sagten, Schwarzeneggers Siegeszug gehe weniger auf dessen Wahlkampf als auf die Verärgerung der Bürger über Davis zurück. "Wenn die Kalifornier von der Verfassung her das Recht gehabt hätten, alle 120 Mitglieder des Landesparlaments zu ersetzen, hätten sie vermutlich auch das getan", sagte Allan Hoffenblum, ein Analyst der Republikaner. Zudem habe Schwarzenegger sich mit seiner eher gemäßigten Position von den extremeren Haltungen seiner Mitbewerber abgesetzt. "Es gab Cruz Bustamente auf der linken Seite, der über acht Milliarden Dollar neuer Steuern und über mehr Rechte für illegal Eingewanderte SPRACH, und Tom McClintock auf der rechten Seite, und sie haben Arnold Schwarzenegger die gesamte Mitte überlassen."

In einer Nachwahlbefragung hätten 69 Prozent der Wähler angegeben, sie hätten ihre Entscheidung schon vor Wochen getroffen, berichtete der Fernsehsender CBS. Experten sahen dies als Zeichen dafür, dass die jüngsten Vorwürfe gegen Schwarzenegger keine großen Auswirkungen hatten. Die Zeitung "Los Angeles Times", die die Vorwürfe der Frauen veröffentlicht hatte, sah sich nach eigenen Angaben mit massiver Leserkritik und einer Kündung von 1000 Abonnements konfrontiert. Schwarzenegger hatte die Vorwürfe als Teil einer Schmutzkampagne bezeichnet.

Aufwärtstrend der Republikaner

Wenige Monate vor der US-Präsidentenwahl hat der Ausgang in Kalifornien auch landesweite Implikationen. Die Republikaner, zu denen auch Präsident George W. Bush gehört, erzielten zusammen etwa zwei Drittel der Stimmen. Davis sprach von einer "Machtübernahme der Rechten". Bei der Präsidentenwahl hatte der Bundesstaat dagegen mehrheitlich für den Demokraten Al Gore gestimmt. Zudem müssen die beiden demokratisch kontrollierten Kammern Kaliforniens nun den Wählern zeigen, dass sie zur Zusammenarbeit mit Schwarzenegger bereit sind.

Der Hollywood-Schauspieler Schwarzenegger hat noch kein politisches Amt bekleidet. Er hat auch noch keine Details darüber geäußert, wie er den hochverschuldeten Bundesstaat wieder sanieren will.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker