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Kampagne gegen Umweltverschmutzung: Ecuador kämpft gegen US-Ölkonzern Chevron

Seit über 20 Jahren protestieren Einwohner in Ecuador gegen die von US-Ölriesen verursachte Verschmutzung des Regenwaldes. Präsident Correa hat eine Kampagne gegen Chevron angekündigt.

Ecuadors Präsident Rafael Correa hat eine Kampagne gegen den US-Ölkonzern Chevron wegen schwerer Umweltverschmutzung im Amazonas-Gebiet ins Leben gerufen. Mit regelmäßigen Protestaktionen, zu denen weltweit bekannte Persönlichkeiten eingeladen werden sollen, werde der Welt die Verantwortung des Unternehmens für die Verschmutzung des Regenwaldes vor Augen geführt, sagte Correa am Montag dem Fernsehsender GamaTV. Der Staatschef wollte am Dienstag in eine der betroffenen Regionen in der nördlichen Provinz Sucumbios reisen. Das US-Unternehmen wollte sich auf Anfrage nicht zu der Kampagne äußern.

Schon im Jahr 1993 hatten sich rund 30.000 Bewohner in Sucumbios zu einer Opfervereinigung zusammengeschlossen und gegen die Verschmutzung des Regenwaldes durch die Ölförderung der Firma Texaco geklagt. Die Ecuadorianer warfen Texaco vor, Milliarden Liter giftiger Ölabfälle im Amazonas-Regenwald entsorgt und damit Böden wie Flüsse verschmutzt zu haben. Texaco hatte eine Konzession für eine Million Hektar im Amazonas-Gebiet, das Unternehmen wurde 2001 von Chevron gekauft.

2011 wurde der Konzern von einem Regionalgericht zu einer Strafe von umgerechnet 14 Milliarden Euro verurteilt. Chevron erkennt das Urteil allerdings nicht an und will wegen Korruptionsvorwürfe gegen das Urteil vorgehen. Das Unternehmen beklagt zudem fehlende wissenschaftliche Beweise. Im Juli berichtete der "Guardian", dass Chevron im Verdacht stehe, sich Zugang zu privaten E-Mail-Accounts von Kritikern und Journalisten verschafft zu haben.

juho/AFP / AFP