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Konflikt in Malaysia Schießerei zwischen Militär und Landbesetzern


Malaysia setzt sich mit Militärgewalt gegen philippinische Landbesetzer zur Wehr. Nun soll bei einer Schießerei ein Philippine getötet worden sein.

Bei der Konfrontation zwischen dem malaysischen Militär und Landbesetzern von den Philippinen sind am Mittwoch auf der Insel Borneo Schüsse gefallen. Nach Angaben des malaysischen Polizeichefs Ismail Omar wurde wahrscheinlich einer der Besetzer getötet. "Die Eindringlinge haben das Feuer eröffnet und unsere Sicherheitskräfte zur Gegenwehr gezwungen", sagte er. Auf malaysischer Seite habe es keine Opfer gegeben.

Die groß angelegte Militäraktion vom Vortag hat bis Mittwoch keine Erfolge gezeigt. Das Militär war am Dienstag mit Kampfjets und Raketen gegen die Besetzer vorgegangen, die sich in einem Dorf in der malaysischen Provinz Sabah verschanzen. Malaysias Regierungschef Najib Razak sagte, er habe keine andere Wahl gehabt, als die Armee damit zu beauftragen, die schwerste Sicherheitskrise seit Jahren zu beenden. Es kamen jedoch Zweifel am Erfolg des Militäreinsatzes auf.

"Wir sahen die Jets vorbeifliegen, und Minuten später wackelte der Boden, als mehrere Bomben einschlugen", berichtet Nasir Asrama der Zeitung "Sun". Er wohnt in Sungai Merah, keine zehn Kilometer vom besetzten Gebiet entfernt. "Dann brach Chaos aus, alle rannten aus ihren Häusern." Die 120 Einwohner, viele von ihnen Kinder, zwängten sich auf ein paar Lieferwagen und flüchteten. Ahmad Ramli, 45, arbeitete auf einer Palmölplantage, als er die Bombeneinschläge spürte. Er ließ alles fallen und rannte zur Hauptstraße, wie er der Zeitung berichtete. Nach dem Angriff erklärte ein Sprecher der Philippiner in Manila, ihre Gruppe sei unversehrt.

Philippinische Regierung gegen Aktion der Besetzer

Die Philippiner sind Anhänger des Sultans von Sulu in den benachbarten Philippinen. Sie besetzten das Land in der Nähe der Ortschaft Lahad Datu vor drei Wochen, um Territorialansprüche geltend zu machen. Sabah gehörte einst dem Sultan von Sulu, doch verpachtete er das Land 1878 an eine britische Kolonialfirma, die es später Malaysia überließ. Am Wochenende kamen bei Zusammenstößen 27 Menschen ums Leben, darunter acht malaysische Polizisten.

Die philippinische Regierung steht nicht hinter der Aktion. Sie schickte ein Schiff, eine "humanitäre Mission", wie es hieß, um die Männer zur Aufgabe zu bewegen. Erfolglos. Auch Kuala Lumpur bemühte sich drei Wochen lang um einen moderaten Ton.

Seit Tagen schon attackieren sich Aktivisten aus beiden Ländern im Internet. "Holt eure Hunde zurück, stoppt die Ermordung malaysischer Polizisten", stand plötzlich auf philippinischen Seiten. Philippinische Hacker rächten sich und legten malaysische Websites lahm.

kave/DPA/AFP DPA

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