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Kooperation mit Syrien: USA sucht Kontakt zum "Schurkenstaat"

USA und Syrien gehen auf Tuchfühlung: Der Außenchef des US-Senats, John Kerry, hat den Noch-"Schurkenstaat" besucht und zeigte sich optimistisch, künftig in einigen Bereichen zu kooperieren. Damit endet eine jahrzehntelange diplomatische Eiszeit.

Zwischen den USA und Syrien sei nach Jahren diplomatischen Stillstands "echte Kooperation" möglich. Das sagte der amerikanische Senator John Kerry nach einem Treffen mit dem syrischen Präsidenten Baschar al Assad in Damaskus. Es sei ein "sehr langes und offenes Gespräch gewesen". Es gebe weiterhin Meinungsverschiedenheiten, so der Vorsitzende des Außenpolitischen Senatsausschusses weiter. Er nehme aber den Eindruck mit, dass "die Möglichkeit echter Kooperation in einer Reihe verschiedener Fragen sofort und bald beginnen".

Neben Assad traf Kerry mit dessen Stellvertreter Faruk Scharaa zusammen. Wenige Tage vorher hatte der US-Demokrat in Beirut erklärt, die USA würden ihre Beziehungen zu Syrien erneuern, wenn Damaskus seine Iran- und Libanonpolitik ändere. Das Außenministerium in Washington vereinbarte unterdessen ein Treffen des für den Nahen Osten zuständigen Unterstaatssekretärs Jeffrey Feltman mit dem syrischen Botschafter Imad Mustapha.

Es sei die Überzeugung von Außenministerin Hillary Clinton, dass ein direkter Kontakt mit Syrien den Interessen der USA diene, sagte Ministeriumssprecher Gordon Duguid. Dabei sollen nach seinen Angaben auch die Vorwürfe zur Sprache kommen, wonach Syrien terroristische Gruppen unterstützt und die Entwicklung von Atomwaffen betreibt. Ferner soll die Menschenrechtslage in Syrien ein Thema der Gespräche sein.

Die Regierung von Expräsident George W. Bush sah in Syrien ein Land, das Terroristen unterstützt, und isolierte Damaskus. US-Präsident Barack Obama hat Staaten, die zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den USA bereit sind, eine Überprüfung der Beziehungen in Aussicht gestellt. Syrien gilt wegen seiner engen Verbindungen zur radikalislamischen Hamas und zur schiitischen Hisbollah als Schlüsselstaat für einen umfassenden Friedensschluss im Nahen Osten.

Sam Ghattas/AP / AP
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