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Lauschangriff auf Associated Press: Europas Nachrichtenagenturen reagieren empört

Weil die Nachrichtenagentur AP Informationen erhalten habe, die als bedrohlich für die Bevölkerung galten, hat das US-Justizministerium AP bespitzelt. Europäische Agenturen sind schockiert.

Europäische Nachrichtenagenturen haben sich empört über das Ausspionieren von Telefondaten der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) geäußert. "Dies stellt eine ernsthafte Verletzung der Pressefreiheit und einen Angriff auf eine Organisation dar, die weltweit für ihre unabhängige Berichterstattung respektiert wird", erklärte die #link;http://www.newsalliance.org/;European Alliance of News Agencies# (EANA) am Dienstag in einer Stellungnahme. Die Möglichkeit von Nachrichtenagenturen, unparteiisch und frei von Regierungseinflüssen zu berichten, sei ein "Eckpfeiler jeder Demokratie".

AP, eine der größten Nachrichtenagenturen der Welt, wurde nach eigenen Angaben vom Justizministerium in Washington bespitzelt. Die Behörde habe sich heimlich Telefon-Verbindungsdaten über einen Zeitraum von zwei Monaten beschafft. US-Justizminister Eric Holder bestätigte mittlerweile die Untersuchungen und sprach von einem "der ernstesten, wenn nicht dem ernstesten Fall" von Geheimnisverrat. Daher sei "sehr aggressives Handeln" notwendig gewesen.

Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wirft dem Justizministerium vor, sich im Frühjahr 2012 zwei Monate lang heimlich die Verbindungsdaten von mehr als 20 Telefonanschlüssen von AP-Büros und Journalisten beschafft zu haben. In einem Beschwerdebrief an Holder prangerte AP-Chef Gary Pruitt einen "massiven und beispiellosen Eingriff" in die Arbeit der Agentur an.

juho/DPA/AFP / DPA
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