Libanon Gewalt als Chance


US-Präsident George W. Bush will die Gewalt- und Terrorwelle im Nahen Osten zu grundlegenden Umwälzungen nutzen. Unterdessen ist die Zahl der Toten nach dem israelischen Luftangriff auf das Dorf Kana im Südlibanon auf 54 gestiegen. Darunter sind 37 Kinder.

"Länder zu verändern, die Jahrzehnte unter Tyrannei und Gewalt gelitten haben, ist schwierig und braucht Zeit. Aber die Folgen werden tief greifend sein - für unser Land und die ganze Welt", sagte Bush. "Wenn der Nahe Osten in Freiheit und Demokratie gedeiht, gedeiht er in Frieden, und das macht Amerika und alle anderen freien Nationen sicherer."

Der US-Präsident stellte den Kampf zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Südlibanon in Zusammenhang mit dem Anti- Terrorkrieg. "Wir müssen einsehen, dass der Libanon der jüngste Flammenherd im größeren Kampf zwischen Freiheit und Terror ist, der sich in der Region abspielt", sagte Bush. Jahrzehntelang hätten die USA versucht, durch die Förderung von Stabilität Frieden im Nahen Osten zu erreichen. Das sei gescheitert.

Vorwärtsstrategie der Freiheit für den Nahen Osten

In der Region seien Wut und Verbitterung gewachsen, was letztlich zu den verheerenden Terroranschlägen vom 11. September 2001 geführt habe. "Die Erfahrung hat uns deutlich gemacht, dass wir den Status quo im Nahen Osten nicht weiter tolerieren können", sagte Bush. "Wir haben eine Vorwärtsstrategie der Freiheit für den Nahen Osten eingeschlagen, die Umwälzungen zum Besseren für Millionen Menschen in Gang gebracht haben. Von Kabul bis Bagdad, bis Beirut und darüber hinaus haben wir die Geburt demokratischer Regierungen gesehen, die sich bemühen, ihrem Volk zu dienen, den Terror zurückweisen und sich für den Frieden einsetzen."

Zahl der Toten nach Angriff auf Kana auf 54 gestiegen

Die Zahl der Toten nach dem israelischen Luftangriff auf das Dorf Kana im Südlibanon ist auf 54 gestiegen. Unter den Opfern seien 37 Kinder, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit. Bislang war von mindestens 40 Toten die Rede gewesen, unter ihnen mindestens 23 Kinder. Die Flugzeuge hatten ein mehrstöckiges Gebäude beschossen, in dessen Erdgeschoss zahlreiche Menschen Schutz gesucht hatten. Der Angriff am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) war der bisher folgenschwerste Israels im Libanon-Krieg. Israels Armee und die Hisbollah liefern sich seit fast drei Wochen Gefechte im Süd-Libanon. Dabei sind nach libanesischen Angaben bislang ungefähr 750 Menschen im Libanon ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite wurden etwa 50 Menschen getötet.

DPA/Reuters


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