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Libyen-Krieg Rebellen rücken nach Tripolis vor


Mit Hilfe der Nato haben die libyschen Rebellen im Kampf gegen Machthaber Muammar el Gaddafi einen wichtigen Schritt in Richtung Tripolis gemacht. Am Mittwoch nahmen sie nach einem mehrstündigen Kampf die Ortschaft Gualitsch ein.

Nach dem Beginn ihrer neuen Offensive haben die libyschen Rebellen am Mittwoch einen ersten Erfolg verzeichnet: Nach intensivem Artilleriebeschuss nahmen sie das Dorf Gualitsch fünfzig Kilometer südlich der Hauptstadt ein, wie ein AFP-Reporter berichtete. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen kündigte unterdessen an, erstmals seit Beginn des Konflikts Vertreter der Aufständischen in Brüssel empfangen zu wollen.

Die Rebellen nahmen den Wüstenort Gualitsch ein, nachdem die NATO am Mittwochmorgen grünes Licht für die am Wochenende angekündigte Offensive gegeben hatte. NATO-Flugzeuge überflogen während der Kämpfe das Gebiet, griffen jedoch selber nicht in die Gefechte ein. Nach Angaben der Rebellen dienten sie nur der Aufklärung. In Gualitsch nahmen die Aufständischen mehrere Söldner des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi fest. Mehrere von ihnen sagten einem AFP-Reporter, aus Mali und Ghana zu stammen.

Das Ziel der Offensive ist die Rückeroberung der Kreuzung Bir el Ghanam und die Einnahme der Garnisonsstadt Gharjan in den Bergen von Nafusa, die als Bollwerk auf dem Weg nach Tripolis gilt. Die NATO erklärte, am Mittwoch in Gharjan sechs Militärfahrzeuge zerstört zu haben, darunter vier Panzer. Vergangene Woche hatte das Militärbündnis seine Angriffe im Westen des Landes verstärkt und innerhalb einer Woche etwa 50 militärische Objekte zerstört. Zudem hatte Frankreich kürzlich Waffen über Rebellenstützpunkten abgeworfen.

Die NATO lud unterdessen erstmals Vertreter der Rebellen nach Brüssel ein. Kommenden Mittwoch werde eine von Rebellenführer Mahmud Dschibril angeführte Delegation zu "informellen Gesprächen" mit den Botschaftern der 28 NATO-Länder zusammenkommen, sagte Rasmussen. Weitere Treffen seien mit dem Präsidenten der EU-Kommission José Manuel Barroso und dem ständigen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy geplant.

roh/AFP AFP

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