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"Free, Melania": Geheime Macht im Weißen Haus: Melania-Biografie wirft neues Licht auf die First Lady

In der Öffentlichkeit wird Melania Trump oft belächelt. Doch eine neue, nicht autorisierte Biografie zeichnet das Bild einer mächtigen First Lady, die Donald Trump fest im Griff hat

Melania und Donald Trump reisen zum Nato-Gipfel in London an 

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DPA

Eine neue nicht autorisierte Biografie über Melania Trump, die in den USA am Dienstag in den Handel gekommen ist, sorgt für Aufsehen. Geschrieben wurde das Buch mit dem Titel "Free, Melania" von der Journalistin Kate Bennett vom Nachrichtensender CNN, mit dem Donald Trump bekanntermaßen auf Kriegsfuß steht. Ihrer Darstellung zufolge hat die First Lady viel mehr Einfluss auf ihren Mann als allgemein angenommen wird. 

Das aus Slowenien stammende Ex-Model sei mit Blick auf ihren Mann "viel mächtiger und einflussreicher" als in der Öffentlichkeit bekannt, schreibt die Journalistin. So bestätigt Bennett, dass Trumps dritte Ehefrau im vergangenen Jahr dafür sorgte, dass die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel ihren Posten verlor, nachdem beide bei einer Afrika-Reise aneinandergeraten waren.

Die Biografie bekräftigt auch, dass das Ehepaar Trump im Weißen Haus getrennte Schlafzimmer hat. Die Präsidentengattin lebt demnach in einer Suite mit zwei Zimmern einen Stockwerk über dem Schlafzimmer des Präsidenten. Sie verfügt außerdem über einen Sportraum mit einem Pilates-Gerät.

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"Sie ist die einzige, die ihm sagen kann, was sie denkt"

Bennett berichtet auch über die Zeit, als Vorwürfe laut wurden, Trump habe dem Pornostar Stormy Daniels und dem ehemaligen Playmate Karen McDougal Schweigegeld gezahlt. Beide Frauen geben an, Affären mit Trump gehabt zu haben, was Trump dementiert. Bennett zufolge strafte Melania ihren Ehemann zwar einige Zeit mit Missachtung ab, indem sie ihn etwa nicht auf öffentliche Termine begleitete. Bennett zeichnet in ihrem Buch aber nicht das Bild einer Ehe, die nur für die Fassade aufrecht erhalten wird. 

Trump wünsche sich sehnlichst Melanias Zustimmung, und er vertraue auf sie, schreibt die Autorin. "Ihre strafende Kälte infolge der Affären-Schlagzeilen und Gerüchte belastete ihn." Und Melania habe außerordentlich großen Einfluss auf Trump. "Sie ist die einzige, die ihm offen sagen kann, was sie denkt. Sie ist die einzige, die ihm Ratschläge und Meinungen sagen kann, die seinen entgegenlaufen, und das auch tut." All das könne sie machen, ohne Beschimpfungen auf Twitter befürchten zu müssen. "Sie ist im Wesentlichen unantastbar."

Hosenanzüge als Strafe für Trump 

Während Melania in der Öffentlichkeit nur selten spricht, drückt sie sich mit ihrer Kleidung aus, schreibt Bennett in der Biografie. Allerdings gibt das auch Anlass für Verwirrung und Missverständnisse. So trug die First Lady im vergangenen Jahr beim Besuch eines Heims für Migrantenkinder an der Grenze zu Mexiko eine Jacke mit dem Aufdruck  "Es ist mir wirklich egal. Und Dir?" 

Einige sahen darin ein Zeichen der Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern, andere eine Kritik an der Einwanderungspolitik ihres Mannes, wieder andere eine trotzige Botschaft an die Presse. Glaubt man Bennett, ging es aber um etwas ganz anderes: Demnach handelte es sich um eine Botschaft an ihre Stieftochter Ivanka, der Melania manchmal vorwirft, sich wie eine First Lady aufzuführen.

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"Free, Melania" zufolge trägt die Präsidentengattin zudem Hosenanzüge, wenn sie sauer auf ihren Mann ist - weil der Präsident gerne Frauen in "engen, kurzen, supersexy und weiblichen Kleidern" sehe.

In ihrem Buch zeigt die CNN-Journalistin Bennett Sympathie für die First Lady - und wendet sich auch dagegen, Melania als Opfer ihres Mannes anzusehen. Die 49-Jährige wird häufig als Gefangene im Weißen Haus geschildert, daher auch das Meme "Free Melania" (Befreit Melania). Die Biografie "Free, Melania" deutet diese Formulierung mit einem zusätzlichen Komma um - und würdigt Melania als freie Frau. "Sie braucht keinerlei Befreiung", betont Bennett.

ivi / DPA / AFP