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Staatsbesuch Churchill-Manuskript für ihn, Teeservice für sie: Mays Geschenke für die Trumps sorgen für Ärger

Donald und Melania Trump bei ihrem Besuch in der Westminster Abbey
Donald und Melania Trump bei ihrem Besuch in der Westminster Abbey
© Chris Jackson / Getty Images
Die Trumps beehren London mit einem Staatsbesuch. Doch während alle Donald Trump auf die Finger schauen, tritt die britische Premierministerin May ins Fettnäpfchen.

Donald Trump und seine Frau Melania sind am Montag zu einer dreitägigen Staatsvisite im Vereinigten Königreich eingetroffen. Da müssen natürlich Gastgeschenke her. Aber was schenkt man bloß solch hohem Besuch? Theresa May entschied sich für ein historisches Artefakt für ihn, und ein Teeservice für sie, berichten britische Medien übereinstimmend.

Dem US-Präsidenten überreichte die Premierministerin demnach einen gerahmten Entwurf der Atlantik-Charta, den Franklin Roosevelt und Winston Churchill 1941 unterzeichnet hatten. Trump ist ein großer Bewunderer Churchills. Zu seinem Einzug in das Oval Office brachte er eine Büste des britischen Staatsmanns mit.

Für Melania wählte May ein extra angefertigtes Teeservice Nr. 10 der britischen Designerin Emma Bridgewater aus. Der Sprecher der Premierministerin erklärte, dass beide Geschenke sorgfältig ausgesucht worden seien. Doch May sieht sich nun mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert.

Sie "hat erneut ihre überholte Überzeugungen entlarvt, was 'Jungen- und Mädchenrollen' angeht", kritisierte die Labour-Abgeordnete und Gleichstellungsbeauftragte Dawn Butler. "Melania ist nicht nur First Lady, sondern auch eine erfolgreiche und unabhängige Geschäftsfrau. Sie verdient ein bedeutungsvolleres und durchdachteres Geschenk, insbesondere angesichts ihres historischen und bemerkenswerten jugoslawischen Erbes", sagte sie laut dem "Independent". 

Schulmädchen-Geschenk für Melania Trump 

Auch die stellvertretende Vorsitzende der Liberaldemokraten, Jo Swinson, monierte Mays Auswahl des Geschenks: "Obwohl wir darüber erleichtert sein sollten, dass es im Weißen Haus wenigstens eine zivilisierte Sache gibt, wirkt es doch herablassend, dass Donald Trump wie ein Geschichtskenner behandelt wird - obwohl alle Tatsachen dagegen sprechen - und Melania Geschenke eines Schuldmädchens bekommt." 

Die Sprecherin der Frauen-Gleichstellungspartei, Harini Iyengar, äußerte ebenfalls Kritik: "Wie der Staatsbesuch selbst sind auch diese Geschenke unangemessen. Melania Trump - einer Geschäftsfrau und Unternehmerin, die vier Sprachen spricht - ein Teeservice zu schenken, ist fauler Sexismus. Es ist schwer vorstellbar, dass Bill Clinton ein Teeservice oder eine nette Schürze bekommen hätte, wenn seine Frau Hillary die Wahl 2016 gewonnen hätte."

Quelle:"Independent"

Sehen Sie Szenen des Staatsbanketts unkommentiert im Video:

Staatsbesuch : Churchill-Manuskript für ihn, Teeservice für sie: Mays Geschenke für die Trumps sorgen für Ärger
ivi

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