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Mord an irakischen Gefangene: 18 Jahre Haft für US-Soldaten

Der 24-jährige William Hunsaker wandert für lange Zeit ins Gefängnis. Der US-Soldat war Anfang 2006 an der Tötung von drei Irakern beteiligt. Er hielt die Morde für gute Taten.

Wegen der Tötung von drei irakischen Gefangenen ist ein US-Soldat zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. In dem Militärverfahren in Fort Campbell (US-Staat Kentucky) hatte er sich zuvor des Mordes, versuchten Mordes und der Rechtsbehinderung schuldig bekannt und damit eine noch längere Haftstrafe vermieden.

Der verurteilte 24-jährige William Hunsaker gehört zu einer Gruppe von vier US-Soldaten der 101. Luftlandedivision, die beschuldigt worden waren, die drei Iraker nach deren Gefangennahme im Zuge einer Razzia bei Samara Anfang 2006 vorsätzlich erschossen zu haben. Die Angeklagten hatten zunächst angegeben, die drei Männer hätten zu fliehen versucht und seien deshalb getötet worden. Nach Berichten von Augenzeugen waren sie jedoch absichtlich frei gelassen worden, um dann von den US-Soldaten erschossen zu werden.

In dem Militärverfahren hatte Hunsaker nach dem anfänglichen Leugnen geschildert, dass er "sorgfältig" auf die Gefangenen gezielt und versucht habe, "sie so professionell wie möglich" durch Schüsse in den Kopf und in die Brust zu töten. Er habe zwar gewusst, dass das rechtswidrig sei, es aber trotzdem für eine gute Tat gehalten, weil die drei Gefangenen Al-Kaida-Terroristen gewesen sein könnten.

Weitere Verfahren folgen

Einer der drei weiteren an dem Vorfall beteiligten Amerikaner, der 21-jährige Gefreite Juston Graber, hatte sich vor wenigen Tagen der schweren Körperverletzung mit einer gefährlichen Waffe schuldig bekannt und war zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Den beiden verbliebenen Mitangeklagten steht ein Militärverfahren noch bevor.

Hunsaker erhielt am Donnerstag (Ortszeit) formal eine lebenslange Strafe, aber mit der Auflage, dass er spätestens nach 18 Jahren Gefängnis entlassen werden muss. Bei guter Führung könnte er bereits nach sechs Jahren Haft freikommen. Im Gegenzug zu seinem Schuldbekenntnis hatte die Staatsanwaltschaft einen zusätzlichen Anklagepunkt fallen lassen: Danach soll Hunsaker einem seiner Kameraden gedroht haben ihn umzubringen, wenn er über den Vorfall nicht schweige.

DPA / DPA