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Nach Operation in Kuba: Chávez kehrt zum Staatsjubiläum nach Venezuela zurück

Überraschende Rückkehr zum 200-jährigen Staatsjubiläum: Venezuelas krebskranker Staatschef Hugo Chávez ist nach seiner Behandlung in Kuba wieder zurück in Caracas. In einer Ansprache gab er sich kämpferisch.

Der krebskranke venezolanische Präsident Hugo Chávez ist nach seiner überraschenden Rückkehr aus Kuba von seinen Anhängern in der Hauptstadt Caracas gefeiert worden. Der 56-Jährige zeigte sich am Montagabend in einer olivgrünen Militäruniform und mit rotem Barett auf dem Balkon des Präsidentenpalastes Miraflores. "Es lebe Venezuela. (...) Es lebe Fidel (Castro). Es lebe Kuba. Es lebe das Leben. Und lang lebe Chávez", rief er tausenden Anhängern zu. Diese schwenkten Bilder des Präsidenten und kubanische Flaggen und sangen die venezolanische Nationalhymne.

Er habe die "Schlacht" gegen den Krebs noch nicht gewonnen, sagte der Präsident, der eine venezolanische Flagge küsste. Er habe gerade erst damit begonnen, "gegen diese Krankheit in meinem Körper zu kämpfen" und müsse sich sich nach diesem "ersten Schritt" noch einer strengen weiteren Behandlung unterziehen. Chávez zeigte während seiner Rede keine äußeren Zeichen von Erschöpfung oder Müdigkeit. Er bat jedoch die Venezolaner um Verständnis, dass er an den Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Venezuelas von Spanien am Dienstag noch nicht teilnehmen könne.

Der sozialistische Präsident war in der Nacht zum Montag aus Kuba nach Venezuela zurückgekehrt. Chávez war seit dem 8. Juni in Havanna gewesen, wo er zunächst an einem Abszess in der Beckengegend operiert worden war. Danach entdeckten die Ärzte bei ihm ein Krebsgeschwür und entfernten den Tumor. Nach langer Geheimniskrämerei hatte er vergangene Woche in einer emotionalen Fernsehansprache über seine Erkrankung gesprochen. Weil er sich wochenlang nicht zu Wort gemeldet hatte, war es zuvor zu zahlreichen Spekulationen über den Gesundheitszustand des 56-Jährigen gekommen. Die Opposition hatte den Aufenthalt in Kuba heftig kritisiert, weil sie es für verfassungswidrig hielt, dass der Präsident das Land vom Ausland aus regierte.

cjf/AFP/DPA / DPA
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