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Nach Präsidenschaftswahl Neue Proteste in Belarus - Polizei geht gegen Demonstranten vor

Heftige Zusammenstöße in Belarus auch in der Naht zum Dienstag: Bei Protesten in Minsk ist nach Polizeiangaben ein Demonstrant gestorben. Ein nicht näher identifizierter Sprengstoff sei in der Hand des Demonstranten explodiert, teilte die Polizei am Montagabend mit. Dieser habe eigentlich auf Sicherheitskräfte geworfen werden sollen. Nach der umstrittenen Präsidentenwahl in dem osteuropäischen Land Belarus war es im Laufe des Montages erneut zu Protesten gekommen. Die Polizei setzte dabei in der Hauptstadt Minsk Tränengas und Blendgranaten ein. Es gab über 30 Festnahmen. Am Tag zuvor waren laut Medienberichten rund 3000 Demonstranten inhaftiert worden. Nach offiziellen Angaben hat der autoritär regierende Amtsinhaber Alexander Lukaschenko die Wahl mit rund 80 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Die Opposition mit ihrer Spitzenkandidatin Swetlana Tichanowskaja spricht aber von Betrug und beansprucht den Sieg für sich.
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In Belarus haben den dritten Abend in Folge die Menschen protestiert, erneut sollen Demonstranten festgenommen und verprügelt worden sein.Insgesamt sei die Lage aber zunächst ruhiger gewesen als in den Nächten zuvor.

Bei den Protesten gegen Wahlfälschungen in Belarus (Weißrussland) hat es den dritten Abend in Folge wieder viele Festnahmen gegeben. In sozialen Medien gab es Berichte, wonach Sicherheitskräfte erneut brutal gegen friedliche Demonstranten vorgingen. Im Nachrichtenkanal Telegram wurden Videos veröffentlicht, die zeigen, wie Uniformierte Zivilisten verprügeln und treten. Wie viele Menschen in Polizeigewahrsam kamen, war unklar. Insgesamt war die Lage nach Meinung von Beobachtern aber zunächst ruhiger als in den Nächten zuvor.

Hunderte Menschen beteiligten sich in mehreren Städten an den Protesten. In der Hauptstadt Minsk zogen größere und kleinere Gruppen durch die Straßen. Die Polizei versuchte, die Menge zu zerstreuen. Dabei kam es erneut zu Zusammenstößen. Es sollen auch Gummigeschosse abgefeuert worden sein. Zu sehen war, wie Blendgranaten abgefeuert wurden. In Minsk errichteten Demonstranten Barrikaden.

Landesweite Protest in Belarus

Nach der Präsidentenwahl am Sonntag brachen landesweit Proteste aus. Die Wut vieler Menschen richtet sich gegen Staatschef Alexander Lukaschenko, der sich nach 26 Jahren im Amt an seine Macht klammert. Er drohte mehrfach mit dem Einsatz von Militär. Insgesamt wurden mehr als 5000 Menschen festgenommen.

nik DPA

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