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NIGERIA: Das Morden geht weiter

Bei religiös motivierten Unruhen zwischen Christen und Moslems in Nigeria sind mindestens 165 Menschen getötet und fast 1000 weitere verletzt worden. Auch Kirchen und Moscheen wurden in Brand gesteckt.

Bei den blutigen regligiösen Unruhen in Zentral-Nigeria sind nach Angaben des Roten Kreuzes vor Ort mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Radiosender BBC am Dienstag berichtete, sollen bei den dreitägigen Ausschreitungen zwischen Christen und Moslems in der Stadt Jos im Bundesstaat Plateau rund 1 000 Menschen verletzt worden sein. Auch in der nördlichen Stadt Kano ist es am Montagabend zu gewalttätigen Übergriffen gekommen.

Tausende von moslemischen Jugendlichen seien marodierend durch die Straßen gezogen, berichteten lokale Medien. Sie hätten eine Kirche und zahlreiche Autos angezündet, um den Tod an ihren Glaubensbrüdern in Jos zu rächen. Dort hingegen sei die Lage unter der Kontrolle der Armee weiterhin angespannt ruhig gewesen.

Die schweren Unruhen in Jos hatten am Freitag begonnen, nachdem eine Christin angeblich die Freitagsgebete der Moslems gestört hatte. Anhänger beider Religionen steckten Kirchen und Moscheen in Brand und plünderten Häuser und Geschäfte. »Bislang haben wir 165 Leichen in den Krankenhäusern gezählt«, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes der BBC. Die Zahl könne aber immer noch steigen.

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