VG-Wort Pixel

Nordirland "Szenen, wie wir sie seit langem nicht mehr gesehen haben": Gewalt in Belfast hält an

Sehen Sie im Video: Gewalt zwischen irischen Nationalisten und den pro-britischen Unionisten in Nordirland eskaliert.




Die gewaltsamen Proteste von pro-britischen und pro-irischen Gruppierungen im nordirischen Belfast halten an. In der Nacht zu Freitag griffen Jugendliche aus pro-irischen Gebieten Polizisten mit Benzinbomben und Steinen an. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Wie der britische »Guardian« berichtet, soll die Polizei am Abend auch mit dem Einsatz von Plastikgeschossen gedroht haben. Bereits am Mittwoch war es zu Kämpfen zwischen den irischen Nationalisten und den pro-britischen Unionisten gekommen. In der Nacht zu Donnerstag hatten Jugendliche aus pro-britischen Gebieten in Belfast einen Bus unter ihre Kontrolle gebracht und in Brand gesteckt. Sie griffen die Polizei mit Steinen an. Seit Ostern kommt es immer wieder nachts zu Auseinandersetzungen. Bei den Unruhen der vergangenen Tage waren mehr als 50 Polizisten verletzt worden. Viele Anhänger der pro-britischen Unionisten sind zunehmend frustriert wegen der neuen Handelsbarrieren zwischen Nordirland und dem übrigen Vereinigten Königreich - ein Ergebnis des britischen Austritts aus der EU. Irlands Außenminister Simon Coveney fordert ein Ende der seit Tagen anhaltenden Gewalt im nordirischen Belfast. "Dies muss aufhören, bevor jemand getötet oder schwer verletzt wird", sagte er am Donnerstag dem irischen Sender RTE und forderte gemeinsame Bemühungen um eine Entspannung der Situation. Die Gewalt zwischen pro-britischen und pro-irischen Gruppierungen sei äußerst besorgniserregend. "Das sind Szenen, wie wir sie in Nordirland seit langem nicht mehr gesehen haben", sagte Coveney in Anspielung auf die jahrzehntelangen erbitterten Kämpfe in der britischen Provinz Nordirland. Die nordirische Regierung hat die Gewalt in einer parteiübergreifenden Erklärung verurteilt.
Mehr
In der Nacht zu Freitag haben sich Demonstranten erneut gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein und droht wohl auch mit Plastikgeschossen.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker