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"Ulchi Freedom Shield" USA und Südkorea wollen mit Sommermanöver Nordkorea abschrecken – doch Kim Jong-un zeigt sich unbeeindruckt

USA und Südkorea planen größtes Sommermanöver
F-15K-Kampfflugzeuge der südkoreanischen Luftwaffe rollen auf einem Luftwaffenstützpunkt in Südkorea über eine Starbahn
© Uncredited / Südkoreanisches Verteidigungsministerium / AP / DPA
Zuletzt hatten die USA und Südkorea ihre militärischen Übungen zurückgefahren. Doch jetzt soll es wieder hoch hergehen. Nordkorea antwortet auf gewohnte Art.

Inmitten wachsender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wollen die Streitkräfte Südkoreas und der USA die größten gemeinsamen Sommerübungen seit fünf Jahren abhalten. Die jährlichen Übungen sollen am nächsten Montag beginnen und bis zum 1. September dauern, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Dienstag mit. Zur Zahl der teilnehmenden Soldaten machte die Behörde keine Angaben. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten stationiert, als Abschreckung gegen eine Bedrohung durch Nordkorea.

Unter dem Namen "Ulchi Freedom Shield" sollen ein Training mit Computersimulationen, Feldübungen sowie eine große Zivilverteidigungsübung kombiniert werden. Es würden die größten Übungen seit 2017, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Am Dienstag begannen beide Länder bereits ein mehrtägiges Training für das Krisenmanagement.

In Seoul wurde eine scharfe Reaktion Nordkoreas auf das bevorstehende Manöver befürchtet. Die Führung des weithin abgeschotteten Landes wirft den USA regelmäßig vor, deren Manöver mit Südkorea dienten der Vorbereitung eines Angriffs. Washington und Seoul bestreiten das und betonen, die Übungen sollen die Verteidigungsfähigkeiten verbessern.

Sommermanöver zuletzt weiter zurückgefahren

Die Spannungen in der Region hatten sich in diesem Jahr nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea wieder verschärft. Im Mai vereinbarten der südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol und sein amerikanischer Amtskollege Joe Biden, die gemeinsamen Manöver auszubauen.

In den vergangenen Jahren hatten beide Länder den Umfang mehrerer Übungen auch aus diplomatischen Gründen reduziert oder sie ganz gestrichen. Als die USA das Sommermanöver in Südkorea 2018 absagten, wollten sie größere Chancen für Verhandlungen über Nordkoreas Atomwaffenprogramm schaffen. Diese kommen jedoch seit dem gescheiterten Gipfeltreffen der USA mit Nordkorea im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran.

Nordkorea feuert weiter

Nordkorea zeigt sich von den Plänen seines Nachbarn und dessen Verbündeten bisher wenig beeindruckt. Nach Angaben Südkoreas hat das Land erneut zwei Raketen abgefeuert. Am frühen Mittwochmorgen habe Nordkorea von Onchon in der Provinz Pjongan aus zwei Marschflugkörper ins Meer gefeuert, erklärte das Verteidigungsministerium in Seoul. Das Militär der USA und Südkoreas werteten derzeit die Daten aus.

Laut der Nachrichtenagentur Yonhap ist es der erste nordkoreanische Marschflugkörper-Test seit Januar. Marschflugkörper fallen nicht unter die UN-Sanktionen gegen das international isolierte kommunistische Land. Nordkorea hat seit Jahresbeginn zahlreiche Waffentests vorgenommen, darunter auch mit einer ballistischen Interkontinentalrakete. Südkorea und die USA befürchten, dass Pjöngjang einen Atomwaffentest vorbereitet. Es wäre der erste solche Test seit 2017.

cl AFP DPA

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