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Obama im Wahlkampf: "Wir sind erst am Anfang des Spiels"

Eine Woche vor den Kongresswahlen hat US-Präsident Barack Obama eingeräumt, dass seine Wirtschaftspolitik bei vielen Bürgern Verdruss ausgelöst hat.

Eine Woche vor den Kongresswahlen hat US-Präsident Barack Obama eingeräumt, dass seine Wirtschaftspolitik bei vielen Bürgern Verdruss ausgelöst hat. Zahlreiche Amerikaner seien wegen der schleppenden Erholung der Wirtschaft und der hohen Arbeitslosigkeit frustriert, sagte Obama bei einem Wahlkampfauftritt vor Arbeitern am Montag im kleinsten US-Bundesstaat Rhode Island. Seine Politik habe jedoch ein Abgleiten der USA in eine erneute schwere Depression verhindert.

"Es hat lange gedauert, in dieses wirtschaftliche Loch zu rutschen. Aber wir arbeiten uns heraus, und Amerika stehen strahlendere Tage bevor", sagte der Präsident. Am kommenden Dienstag werden das gesamte Repräsentantenhaus und 37 der 100 Senatoren neu gewählt. Nach dem Gewinn der Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments vor zwei Jahren droht Obamas Demokraten eine herbe Niederlage.

Die Politik des Präsidenten ist vor allem deshalb unpopulär, weil die Arbeitslosenquote bei nahezu zehn Prozent verharrt. Es sei verständlich, dass die Menschen darüber entmutigt seien, sagte Obama. "Aber wir sind erst am Anfang des Spiels", mahnte der Regierungschef zur Geduld. Den Republikanern warf Obama eine Verweigerungshaltung im Senat vor, die den Interessen des Mittelstands schade. Sie würden sich zwar öffentlich für die Freiheit der Unternehmer einsetzen, gleichzeitig aber gegen Steuererleichterungen stimmen. Bislang haben die Angriffe auf den politischen Gegner aber wenig an der Enttäuschung vieler Amerikaner mit der Wirtschaftspolitik Obamas ändern können.

Bislang haben die Demokraten jedoch einen guten Start in die Kongresswahl hingelegt. In wahlentscheidenden Bundesstaaten wie Louisiana und Iowa nutzten mehr Demokraten als Republikaner die Gelegenheit, ihre Stimme bereits vorab abzugeben. Wahlexperten mahnten allerdings zur Vorsicht: "Die Zahl der bereits abgegebenen Stimmen sind günstig für die Demokraten, aber nicht so günstig wie 2008", sagte Michael McDonald von der Universität George Mason in Washington, der die Stimmabgabe vor dem eigentlichen Wahltag am Dienstag kommender Woche verfolgt.

Reuters / Reuters