Österreich Innenministerin Prokop überraschend gestorben


Die österreichische Innenministerin Liese Prokop ist völlig überraschend im Alter von 65 Jahren gestorben. Politiker in Österreich reagierten mit Erschütterung auf den Tod der früheren Weltklasse-Leichtathletin, die an einem Riss der Aorta starb.

Völlig unerwartet ist in der Silvesternacht die österreichische Innenministerin Liese Prokop gestorben. Die 65-Jährige ÖVP-Politikerin habe am Sonntag einen Aorta-Riss nahe dem Herzen erlitten, berichtete der Österreichische Rundfunk (ORF) auf seiner Internetseite unter Berufung auf die ÖVP. Es sei alles Menschenmögliche getan worden, um das Leben der dreifachen Mutter zu retten, sagte ein Vertreter des Zentralklinikums St. Pölten.

"Zutiefst erschüttert"

Bundeskanzler Schüssel zeigte sich dem ORF zufolge "zutiefst erschüttert". "Ihr plötzlicher Tod hat uns alle schockiert", wurde er zitiert. Prokop sei eine außergewöhnliche Frau mit einem außergewöhnlichen Leben gewesen.

Die gebürtige Wienerin hatte als Leichtathletin zahlreiche nationale und internationale Medaillen errungen. Bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko gewann die Fünfkämpferin die Silbermedaille. Ein Jahr später trat sie in die Politik ein. Zur Bundesinnenministerin wurde sie Dezember 2004 ernannt. Während ihrer Amtszeit hat Österreich die Ausländergesetze verschärft und die Asyl-Vorgaben erschwert. Noch am Montag sollten Schüssel und Präsident Heinz Fischer über einen Übergangsnachfolger für die Politikerin entscheiden.

Prokop hatte sich bereit erklärt, ihr Amt auch unter einer großen Koalition weiterzuführen. Seit der Wahl am 1. Oktober versucht ihre konservative Partei ein solches Bündnis mit den Sozialdemokraten auf die Beine zu stellen. Die Parteien haben es sich zum Ziel gesetzt, ihre Gespräche baldigst zu beenden und bis zum 11. Januar eine neue Regierung zu vereidigen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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