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Palästina Ministersuche über Facebook


In den Palästinensergebieten hat Ministerpräsident Salam Fajad über Facebook eine "Anzeige" aufgegeben, mit der er nach Führungspersönlichkeiten für ein Ministeramt sucht.

Premiere in der arabischen Welt: Der amtierende palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad will mit Hilfe des sozialen Online-Netzwerkes Facebook seine neue Regierung bilden. "Wer ist Eurer Meinung nach vertrauenswürdig, gut ausgebildet und mit Führungsqualitäten ausgestattet, so dass man ihm ein Ministerium anvertrauen kann? Bitte nennt den Namen und das Amt", wandte sich Fajad über Facebook insbesondere an die palästinensische Jugend.

Binnen weniger Stunden hatte Fajad bereits 700 Kommentare. Ein Palästinenser wünschte sich mehr junge Leute im künftigen Kabinett. In einem weiteren Eintrag heißt es: "Danke, Herr Ministerpräsident, für Ihr Interesse an der Jugend. Ich hoffe, Sie lassen die Seite nicht nur offen für die Diskussion über die Regierungsbildung, sondern um uns auch zuzuhören."

Fajad reagierte umgehend. In einer Antwort hob er die Bedeutung der Jugend für die Politik hervor. Außerdem ermunterte er die Jugendlichen, ihre Forderungen für das nächste Regierungsprogramm zu nennen. Ein erboster Leser schrieb daraufhin, Fajad solle keine irreführenden Dinge schreiben, die Demokratie vorgaukelten.

Wahlen angekündigt

Nach dem Rücktritt seines Kabinetts ist der als pro-westlich geltende Fajad wieder mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Der 58-Jährige muss sich dabei unter anderem gegen den Druck der Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wehren, die einflussreiche Kabinettsposten wie das Außen- und Finanzministerium mit eigenen Leuten besetzen will.

In den Palästinensergebieten sollen nach dem Willen von Abbas bis September sowohl Präsidentschafts- als auch Parlamentswahlen abgehalten werden. Die radikal-islamische Hamas-Organisation, die größte innenpolitische Rivalin der moderaten Palästinenserführung, droht mit einem Boykott. Angesichts der Unruhen in mehreren arabischen Ländern hat die Autonomiebehörde ihre Bereitschaft zu Reformen und Wandel signalisiert.

nik/DPA DPA

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