Parlamentswahlen Australische Regierungskoalition gewinnt


Der australische Ministerpräsident John Howard hat mit seinem konservativen Wahlbündnis zum vierten Mal in Folge eine Parlamentswahl gewonnen.

"Ich bin zutiefst dankbar für diesen außerordentlichen Vertrauensbeweis", sagte Howard am Samstag vor jubelnden Anhängern in Sydney. Nach Auszählung von 70 Prozent der Stimmen schien seine Koalition ihre Mehrheit sogar noch auszubauen, was vor der Wahl nicht erwartet worden war. Howards Herausforderer Mark Latham von der Labour-Partei räumte seine Niederlage ein. "Das war heute nicht unsere Nacht", sagte Latham.

Der Wahlausgang bedeutet auch, dass rund 900 in und um Irak stationierte australische Soldaten bis auf weiteres in der Region bleiben. Latham hatte versprochen, sie bis Weihnachten heimzuholen.

Thema Irak war wohl nicht entscheidend

Eine Senatorin der Grünen, Kerry Nettle, sagte, die Labour-Partei hätte die Wahl gewinnen können, wenn sie im Wahlkampf härter gegen die Teilnahme am Irak-Krieg Stellung genommen hätte. Zu diesem Thema habe seine Partei, die ihren Stimmenanteil von fünf auf sieben Prozent ausbaute, eine große Resonanz bekommen. "Es ist eine vertane Gelegenheit von der Regierung ein Thema abzugrenzen, das von den Wählern so leidenschaftlich diskutiert wurde", sagte Nettle. Seine Partei habe davon profitiert. Politikwissenschaftler sagten aber, dass Thema Irak habe keine wahlentscheidende Rolle gespielt.

Farblos, aber zuverlässig

Wichtiger seien vielmehr die Themen Wirtschaft, Gesundheit und Bildung gewesen. Dabei spielten auch die Persönlichkeiten der Spitzenkandidaten eine große Rolle. Der 65 Jahre alte Howard gilt nach Umfragen zwar als farblos, aber zuverlässig, der 43-jährige Latham als tatkräftig, aber unerfahren und mitunter undiszipliniert.

Von den drei Hauptverbündeten im Irak-Krieg war Howard der erste, der sich der Wiederwahl stellte. US-Präsident George W. Bush tritt am 2. November abermals an, der britische Premierminister Tony Blair wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr Parlamentswahlen anberaumen. Die rund 13 Millionen Australier wählten am Samstag die 150 Abgeordneten im Unterhaus neu und bestimmten ferner die Zusammensetzung von 40 der 76 Mandate im Senat. Fürs Unterhaus gab es 1.091 Kandidaten, für die Senatssitze 330.

AP


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