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Präsidentenwahl: Die Peronisten machen das Rennen in Argentinien

Die Argentinier wählten am Sonntag ihren neuen Präsidenten. Der ehemalige Präsident Menem und sein innerparteilicher Rivale Kirchner müssen zur Stichwahl antreten.

Der frühere peronistische Präsident Carlos Menem und sein innerparteilicher Rivale Néstor Kirchner könnten bei der Präsidentenwahl in Argentinien den Einzug in die Stichwahl geschafft haben. Dies ging aus Prognosen auf Grund von Wählerbefragungen hervor, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale vom Fernsehen veröffentlicht wurden. Mit verlässlicheren Hochrechnungen auf Grund von Stimmenauszählung wurde erst im Laufe der Nacht gerechnet.

Demnach kam Menem je nach Prognose auf 22 bis 33 Prozent und Kirchner erhielt 19 bis 24 Prozent der Stimmen. Auf Platz drei landete nach diesen Informationen der Liberale Ricardo López Murphy mit 17 Prozent. Alle anderen der insgesamt 18 Kandidaten hatten den Prognosen zufolge keine Chance auf einen Einzug in die zweite Runde am 18. Mai.

Lange Schlangen vor den Wahllokalen

Knapp eineinhalb Jahre nach Beginn der schwersten Wirtschaftskrise Argentiniens waren die Bürger des lateinamerikanischen Landes am Sonntag zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Angesichts der herrschenden Wahlpflicht bildeten sich vor vielen der knapp 67.000 Stimmlokale schon am Vormittag lange Schlangen. Zur Wahl standen 22 Kandidaten, von denen allerdings nur fünf als aussichtsreiche Bewerber galten.

Schon vor der Wahl zählte der 72-jährige Expräsident Carlos Menem zu diesen Favoriten . Letzten Umfragen zufolge wurden ihm rund 18 Prozent der Stimmen eingeräumt, gefolgt vom Gouverneur der Provinz Santa Cruz, Néstor Kirchner, mit 17 Prozent und dem Spitzenkandidaten der Konservativen, Exwirtschaftsminister Ricardo Lopez Murphy, mit 16 Prozent. Nur einen Prozentpunkt dahinter lag der frühere Gouverneur von San Luis, Adolfo Rodriguez Saa. Menem, Kirchner und Rodriguez Saa gehören zum Lager der Peronisten, Lopez Murphy gilt als unabhängiger Wirtschaftsexperte. Chancen wurden ferner der linksgerichteten Abgeordneten Elisa Carrio eingeräumt.

Die Stichwahl findet am 18. Mai statt

Um schon in der ersten Runde zu gewinnen, musste ein Bewerber mindestens 45 Prozent der abgegebenen Stimmen erzielen oder um zehn Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten liegen. Es wurde nicht damit gerechnet, dass dies bei der Wahl am Sonntag erreicht wird. Die Stichwahl zwischen den beiden bestplatzierten Kandidaten wurde bereits für den 18. Mai anberaumt.

Der Sieger, der das Amt von Übergangspräsident Eduardo Duhalde übernehmen soll, wird vor der großen Herausforderung stehen, die wirtschaftliche und politische Instabilität des Landes in den Griff zu bekommen. Die argentinische Wirtschaft war Ende 2001 im Zuge einer schweren Finanzkrise völlig zusammengebrochen. Dies löste Massenproteste unter der Bevölkerung aus, zumal deren Bankkonten eingefroren wurden. Der letzte gewählte Präsident des Landes, Fernando De la Rua, trat zur Mitte seiner vierjährigen Amtszeit im Dezember 2001 schließlich zurück.