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Rassismus in den USA: South Carolina holt die Südstaatenflagge ein

Um die Fahne der Südstaaten war nach dem Massaker von Charleston eine heftige Debatte entbrannt. Jetzt stimmten Senat und Repräsentantenhaus dafür, die symbolträchtige Flagge zu verbannen.

South Carolinas Repräsentantenhaus verbannt Fahne vom Kapitol

Nach dem Senat hat auch das Repräsentantenhaus von South Carolina dafür gestimmt, die Südstaatenflagge zu verbannen

Nach dem rassistischen Attentat auf neun Schwarze in einer Kirche in South Carolina wird die vor dem Kapitol des US-Bundesstaats wehende Konföderiertenflagge dauerhaft abgehängt.  Nach einem 13-stündigen hitzigen Schlagabtausch beschlossen die Abgeordneten in Columbia, die umstrittene Fahne einholen zu lassen. Es war eine der wohl heftigsten und emotionalsten Debatten zwischen Gegnern und Befürwortern in jüngerer Zeit. Denn schließlich geht es um weit mehr als nur ein Stück Stoff: Für die einen steht die Fahne für das kulturelle Erbe der Südstaaten. Für die anderen ist sie ein unerträgliches Symbol des Rassismus in Amerika. Die Verteidiger der Flagge gaben erst nach, als ihnen zugesichert wurde, dass das Banner in einem Militärmuseum respektvoll aufbewahrt werden soll.

Fahne als Symbol für die Sklaverei

Um die Fahne, die die im Amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 für den Erhalt der Sklaverei kämpfenden Konförderiertenstaaten einsetzten, wird regelmäßig gestritten - doch selten so sehr wie seit dem Massaker von Charleston am 17. Juni 2015. Damals erschoss der weiße 21-jährige mutmaßliche Attentäter Dylann Roof in einer der ältesten schwarzen Kirchengemeinden der USA neun Afroamerikaner während einer Bibelstunde, darunter den hoch angesehenen Pastor Clementa Pinckney, der auch einen Sitz im Senat von South Carolina hatte. Es tauchten Fotos auf, die Roof mit einer Konförderiertenflagge zeigen, im Internet kursierte dazu ein rassistisches Manifest.

Es entbrannte eine landesweite Kontroverse um die Fahne, die auf rotem Grund zwei gekreuzte blaue Balken mit 13 weißen Sternen zeigt. Mehrere Großkonzerne nahmen Produkte mit dem Symbol aus ihren Sortimenten. In South Carolina, wo die Fahne zwar im Jahr 2000 bereits von der Spitze des Kapitols entfernt wurde, aber immer noch auf dem Gelände des Parlaments in Columbia wehte, wurde ein Gesetzentwurf eingereicht, der das Einholen der Flagge fordert. Dieser wurde trotz erbitterten Widerstands einer Gruppe von Republikanern schließlich in der Nacht zum Donnerstag im dritten Anlauf mit 94 zu 20 Stimmen angenommen.

tim/Reuters
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