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Rassismus in den USA: Senat von South Carolina stimmt für das Einholen der Südstaatenflagge

Um die Flagge der Südstaaten ist nach dem Massaker von Charleston eine heftige Debatte entbrannt. Der Senat von South Carolina hat jetzt dafür gestimmt, sie nicht mehr vor dem Parlament zu hissen.

Unterstützer der Südstaaten-Flagge demonstrieren in Columbia gegen ein Verbot

Vor der Entscheidung des Senats demonstrieren Anhänger der Südstaatenflagge vor dem Parlamentsgebäude in Columbia

Rund drei Wochen nach dem rassistischen Angriff auf eine afroamerikanische Kirche in Charleston hat der Senat des US-Bundesstaats South Carolina klar dafür votiert, nicht länger die umstrittene Konföderiertenflagge vor dem Parlament zu hissen. Mit dem Ansinnen muss sich diese Woche aber noch das Repräsentantenhaus von South Carolina befassen. Der mutmaßliche Attentäter von Charleston, Dylann Roof, wurde wegen neunfachen Mordes angeklagt.
Der Senat von South Carolina sprach sich bereits am Montag mit 37 zu drei Stimmen dafür aus, die Fahne dauerhaft einzuholen. Am Dienstag verabschiedete die Kammer das Gesetz mit 36 zu drei Stimmen dann endgültig und schickte es an das Repräsentantenhaus, das am Mittwoch mit der Debatte beginnen dürfte. US-Medien zufolge könnte das Votum in der zweiten Kammer allerdings knapper ausfallen.

Heftige Kontroverse 

Um die Südstaatenfahne, die den für den Erhalt der Sklaverei kämpfenden Konföderierten im Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 1865 als Erkennungszeichen diente, war nach dem Angriff in Charleston mit neun Todesopfern eine heftige Kontroverse entbrannt. Roof hatte auf einem Foto mit der Fahne posiert, in einem im Internet verbreiteten Manifest äußerte der junge Mann rassistisches Gedankengut.

Eine sogenannte Grand Jury aus Laienrichtern klagte den 21-jährigen Weißen wegen neunfachen Mordes an, wie die Justizbehörden am Dienstag mitteilten. Dem mutmaßlichen Attentäter wird auch versuchter Mord in drei Fällen und der Einsatz einer Waffe für ein Gewaltverbrechen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Mordvorwürfe bereits beim ersten Auftritt Roofs vor dem Haftrichter im vergangenen Monat vorgebracht. Nun entschied die Grand Jury, dass die Beweise für eine Anklage ausreichen. Bei einer Verurteilung droht dem jungen Mann die Todesstrafe.

Flagge weht nur noch auf Kriegerdenkmal

Bis zum Jahr 2000 wehte die Südstaatenflagge - ein mit weißen Sternen besetztes blaues Andreaskreuz auf rotem Grund - auf dem Dach des Parlaments- und Regierungssitzes in South Carolinas Hauptstadt Columbia. Dann entschied das Parlament des Bundesstaates, sie an einem Kriegerdenkmal vor dem Gebäude zu hissen. Um die Fahne nun ganz zu entfernen, müssen Senat und Repräsentantenhaus mit Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen. Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, hatte nach dem Anschlag das Abhängen der Flagge gefordert.

tis / AFP
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